2012

Silvesterlauf Trier!

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Noch 3 Tage… Dann stehe ich zum letzten Mal in diesem Jahr nervös an der Startlinie

und hoffe, dass ich das abrufen kann, was ich mir wünsche! Beim Silvesterlauf in Trier heißt es Montag über 5 Km „Mocki gegen die jungen Wilden“!

Zu den jungen Wilden gehören Corinna Harrer, die Hahner-Twins, die Sujew-Twins und Gesa-Felicitas Krause und alle werden versuchen so schnell wie ich zu sein oder am besten noch schneller, somit wird es dieses Jahr äußert spannend, wie das Rennen am Montag ausgehen wird. Nicht zu verachten sind natürlich auch die ausländischen Starterinnen, die gemeldet sind und um einen Podiumsplatz kämpfen werden.

Wäre die Strecke 10 Kilometer lang, wäre ich heute tiefenentspannt und würde selbstsicher an den Start gehen, aber 5 km ist mittlerweile schon sehr kurz für mich und da können auch die jungen Mädels gut gegen mich anstinken!Verlegen

Die Herausforderung nehme ich aber sehr gerne an und ich kann sagen, dass mich das Ziel „Trierer Silvesterlauf“ den ganzen Dezember lang sehr motiviert hat, mein Training trotz Schnee, Kälte und viel Regen durchzuziehen. Ich habe eine sehr gute Ausdauerbasis geschaffen, mit der ich zum jetzigen Zeitpunkt äußerst zufrieden sein kann! Wie es um meine Grundschnelligkeit bestellt ist, werde ich dann am Montag testen und sehen. Somit ist der Silvesterlauf auch schon eine erste Standortbestimmung für das Jahr 2013, wo ich ab Januar dann voll in die Marathonvorbereitung einsteigen werde.

Meine letzte Tempoeinheit stand am zweiten Weihnachtsmorgen auf dem Programm, wo ich bei Wind und Regen auf die Hilfe meines Bruders Markus bauen konnte! Das Training war sehr hart, aber der Gedanke an Weihnachten letztes Jahr hat mich förmlich über die Bahn getragen! Letztes Jahr deutete sich nämlich schon Weihnachten mein Ermüdungsbruch im linken Mittelfuß, den ich ja dann beim Silvesterlauf in Werl-Soest erleiden musste, an. Ich konnte nicht mehr gut die Treppen runtergehen, das Training fiel mir schwer und auch sonst war meine Gemütslage nicht besonders!

Im Nachhinein weiß man ja, woran es lag und deshalb freue ich mich gerade umso mehr, dass in mir eine positive Grundstimmung herrscht und das Training trotz allem Spaß macht und ich  das Training durchziehe, wenn ich mal keine Lust habe! Auch das soll es bekanntlich mal bei Profi-Sportlern geben!Küssend

Und egal wie es am Montag ausgehen wird, freue ich mich jetzt schon riesig auf die anschließende Silvesterparty im Athleten-Hotel in Trier! Hier werden die meisten Athleten feiern und ich freue mich schon wahnsinnig drauf, nochmal das Tanzbein zu schwingen. Vor ein paar Jahren hätte ich nie gedacht, dass ich mal gerne mit meiner Konkurrenz feiern würde, aber die Zeiten haben sich zum Glück geändert! Wettkampf ist Wettkampf und danach versteht man sich wieder und freut sich, wenn wir am 09.Januar gemeinsam ins Trainingslager nach Andalusien aufbrechen werden.

Jetzt wünsche ich Euch auch noch ein paar schöne letzte Tage im Jahr 2012, einen schönen Silvesterlauf, wo auch immer und einen „GUTEN RUTSCH“ in ein erfolgreiches, gesundes und frohes 2013!!!

 

Eure Mocki

Platz 4 beim Tilburg-Cross

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Wie ihr wisst, habe ich meine Verschnaufpause beendet und steige nach 3 Wochen Regeneration mit einem wöchentlichem Kilometer-Umfang von 25 – 60 Km wieder ins Trainingsgeschehen ein. Im Vordergrund stehen in den nächsten 4 Wochen, Grundlagenausdauer-Training, Krafttraining und auch noch viel Alternativ-Training, wie Spinning oder Training auf dem Cross-Trainer.

Dadurch, dass ich ja nun keinen Marathon in den Beinen habe, sind meine Dauerläufe nach wie vor sehr schnell und da wird es für mich nicht schwer, die Kilometerumfänge wieder zu steigern.

Wie es um meine Schnelligkeitsausdauer steht, wollte ich am Wochenende testen und dies habe ich jetzt nun gestern beim internationalen Cross in Tilburg getan. Mit dem 4.Platz und einer Zeit von 28:16 Minuten kann ich eigentlich sehr zufrieden sein. Mein Start war mir diesmal geglückt und ich bin sehr aggressiv ins Rennen gestartet! Die ersten zwei Runden konnte ich das Rennen mitbestimmen, als dann aber die spätere Siegerin Ana Dulce Felix ( 27:39 min ) das Zepter in die Hand nahm, musste ich meinem anfänglichen Tempo Tribut zollen und konzentrierte mich darauf, dass Rennen ordentlich nachhause zu laufen. Im Nachhinein ist man ja immer schlauer, aber es wäre besser für mich gewesen, etwas defensiver anzulaufen, dann wäre auch noch deutlich mehr drin gewesen.

Ursprünglich hatte ich eigentlich vor gehabt beim Darmstadt-Cross, der leider zeitgleich mit dem Warandercross in Tilburg stattfand,  an den Start zu gehen. Ich hatte mich dort auch schon während meines Urlaubes in die Starterliste eingetragen. Für mich stand es dieses Jahr überhaupt nicht zur Debatte bei der Cross- Europameisterschaft, die  am 09.12.12 in Budapest stattfinden wird, teilzunehmen. Letztes Jahr konnten wir zwar mit dem Frauen-Team um Simret Restle, Verena Dreier und Susanne Hahn überraschend eine Bronze-Medaille mit dem Team nachhause bringen, aber wie es dann mit mir weiter ging, wisst ihr ja mittlerweile! Cross-Läufe machen zwar hart, aber sie sind noch härter, wenn man sie mit wenig Grundlage läuft und seinem Körper alles abverlangt, wozu er in dem Moment noch gar nicht bereit ist.

Da ich aber dann letzte Woche noch ein sehr gutes Angebot vom Veranstalter von Tilburg bekam, habe ich mich dann doch kurzfristig für einen Start dort entschieden. Dies hatte aber leider zur Folge, dass ich jetzt ins Spiel gebracht wurde, bei der Cross-EM starten zu wollen, da nur dort die Tickets verteilt wurden. Man musste unter die ersten 12 kommen und dadurch konnte man sich direkt für die Cross-EM qualifizieren. Dies hatte neben mir aber nur noch Christiane Danner von der LG Telis-Finanz-Regensburg geschafft, die 40 Sekunden hinter mir als Zehnte ins Ziel kam.  Eleni Gebrehiwot vom TV Wattenscheid, die gestern mit 7 Sekunden Vorsprung vor mir Dritte wurde, ist leider noch nicht startberechtigt für Deutschland. Christiane Danner wird jetzt als Einzelstarterin die deutschen Farben im Frauenwettbewerb vertreten und ich freue mich sehr für sie.

Generell sind wir aber letztes Jahr viel kompakter als Mannschaft gewesen und hatten mit Simret Restle, die ja nun leider zur Zeit aus gegebenen Gründen nicht am Wettkampfgeschehen teilnimmt, eine starke Frontläuferin, was letztendlich dazu beigetragen hat, dass wir ganz knapp die Bronze-Medaille ergattern konnten.  Wäre ich gestern ganz vorne mitgelaufen, hätte ich über eine mögliche Startoption nachgedacht, aber so nicht!

Der nächste ernsthafte Wettkampf wird für mich erst wieder an Silvester sein! Wo ich starten werde, steht aber noch nicht fest. Jetzt heißt es in den nächsten Wochen erst mal warm einpacken, der zu erwartenden Kälte  trotzen  und einen vernünftigen Formaufbau zu absolvieren!

Bis bald

Eure Mocki

Verschnaufpause!

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Endlich heißt es für mich zum ersten Mal in diesem Jahr durchatmen und dem Körper einfach mal Ruhe geben! Und das habe ich jetzt bitter nötig, obwohl ich gar keinen Marathon in den Beinen habe!

Zum abgesagten New York Marathon habe ich auf meiner Facebook-Fanpage genug gesagt und ich werde auch nicht mehr viel dazu sagen, da ich mir nicht nochmal die Worte im Mund umdrehen lassen möchte. Die Posts habe ich aber trotz einiger negativer Kommentare nicht gelöscht, da ich zu dem stehe, was ich geschrieben habe! Ich kann die Absage auch total nachvollziehen, da selbst gestern in einigen Stadtteilen noch kein Strom war und die Helfer immer noch genug zu tun haben, die Schäden wieder zu beheben. Dass die geplante Marathon-Verpflegung jetzt an die Opfer gespendet wurde, fand ich auch eine ganz tolle Idee!  Grundsätzlich war die Absage zu spät und eine rein politische Entscheidung.  New York ist aber eine coole Stadt und die letzten Kilometer des Marathons habe ich mir gestern vom Laufreiseveranstalter Jörg Bunert schon zeigen lassen. Ich komme auf jeden Fall wieder, da die wellige Strecke ganz nach meinem Geschmack ist.

Sportlich hätte ich mir natürlich einen anderen Abschluss des Jahres gewünscht, aber das ist höhere Gewalt und das kann man nicht ändern.  Viele der Top Athleten werden sich jetzt noch auf einige wenige Marathon Veranstaltungen in den nächsten Wochen aufteilen, damit ihre lange Vorbereitung nicht ganz umsonst war!  Auch ich hatte dies kurz in Erwägung gezogen, da ich zuletzt in einer richtig guten Verfassung war und es schade um die lange Vorbereitung ist. Aber wie ich ja schon in meinen News vor einer Woche geschrieben habe, ist es für mich total wichtig, dass ich weiß, dass mein Körper wieder die vielen Umfänge verkraften kann und ich wieder in der Lage bin, noch einen drauf zu setzen.  

Das emotionale Auf und Ab der letzten Tage und auch des ganzen Jahres  hat Spuren hinterlassen und ich möchte jetzt erst mal einen freien Kopf bekommen. Was ich dieses Jahr nach der Verletzung geleistet habe, habe ich nicht nur meinen schnellen Beinen zu verdanken, sondern auch meinem unbändigen Willen und der Liebe zu meinem Sport.

Meine aktive Pause werde ich aber etwas verkürzen und  schon in 2-3 Wochen wieder ins Training einsteigen.  Mit der Grundlage, die ich mir zuletzt geschaffen habe, wird mir der Einstieg bestimmt nicht so schwer fallen wie sonst. 

Ende November werde ich mich dann mit meinem Team zusammensetzen und das Jahr 2013 planen, in dem es für mich womöglich zum ersten Mal heißt, einen Frühjahrsmarathon in Angriff zu nehmen.  

Bis dahin

Eure Mocki

NY-Marathon abgesagt

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Nun, was soll man sagen, was soll man schreiben?

Es ist einfach schade, weil man sich halt so lange vorbereitet hat. Auf der anderen Seite kann ich auch die verstehen, die im Hinblick auf dieses Ereignis, die Entscheidung bezüglich der Absage getroffen haben.

New York is calling…

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Noch zwei Tage, dann sitze ich hoffentlich im Flieger Richtung New York! Gerade  herrscht ja Ausnahmezustand in Amerika und auch in New York, da noch niemand genau das Ausmaß abschätzen kann, was der Hurrikan „Sandy“, der schon einige Todesopfer gefordert hat, noch mehr anrichten wird. Ich denke positiv und hoffe, dass ich Mittwoch meine Reise wie geplant nach New York in Angriff nehmen kann! Sollte es nicht so sein, sehe ich das auch entspannt und die Reise geht dann erst später los! Wenngleich es dann immer schwieriger wird, sich an die Zeitumstellung zu gewöhnen!

Erfolg ist die Kunst der Beharrlichkeit. Das Leben ist ein Marathon!

Mit diesem Satz habe ich die News nach meinem letzten Marathon in Frankfurt 2011 abgeschlossen! Er stammt von Herbert Steffny, der mich nach meinem Rennen wieder aufgebaut hatte, da ich enttäuscht war, trotz Olympianorm und einer Zeit von 2:28:08 Std.!

Ich war an mir selbst und meinen großen Erwartungen gescheitert und das soll mir am Sonntag in New York auf gar keinen Fall passieren! Aufgrund dessen, werde ich auch im Vorfeld kein Interview geben! Ich kann weder sagen, wie schnell ich laufen möchte, da ich die Strecke nicht einschätzen kann. Weder kann ich sagen, welche Platzierung ich mir in dem Weltklassefeld erhoffen werde, da man nicht einschätzen kann, wie stark die Konkurrenz ist.

Ich möchte mich in dieser Woche einfach auf mein eigenes Rennen und die Reise nach New York konzentrieren und nicht schon über irgendwelche Eventualitäten philosophieren!

Lieber gebe ich am Sonntagnachmittag ein Interview, weil es genial war, ich super zufrieden bin und der New York-Marathon sowie die Stimmung an der Strecke einfach der Wahnsinn sind und ich unbedingt wieder dort an den Start gehen möchte.

In den letzten Wochen nach der Halbmarathon-WM habe ich nochmals eine Schippe draufgelegt  und sehr gut und  intensiv trainieren können und somit bin ich mit meiner Form absolut zufrieden und reise mit einem für mich guten Gefühl nach New York und das ist schon mal die Hauptsache.

Besonders froh bin ich auch, dass ich in der Vorbereitung die hohen Umfänge wieder gut verkraften konnte! Als ich die ersten langen Läufe nach Olympia absolvieren musste, habe ich schon gemerkt, was mir dieses Jahr sehr gefehlt hat, nämlich die Grundlagenausdauer. Und so kann ich jetzt schon sagen, egal wie es am Sonntag ausgehen wird, ich habe das Optimum aus dem Jahr 2012 rausgeholt.

Meine Verletzung Anfang des Jahres und die daraus resultierende fehlende Trainingszeit war bis Olympia nicht aufzuholen.

Morgen findet noch ein leichtes Fahrtspiel statt, aber die Form steht und man kann jetzt nur noch Fehler machen, indem man zu viel macht! Mein letzter langer Lauf stand letzte Woche Mittwoch auf dem Programm und ab diesem Zeitpunkt habe ich das Training kontinuierlich runtergefahren.

Gestern schlug für meinen Bruder Markus beim Frankfurt-Marathon schon die Stunde der Wahrheit!

Er konnte nach seinem Debüt 2010 (2:45:16 Std.) und 2011 (2:34:41 Std.) gestern die Ziellinie wieder in persönlicher Bestzeit nach 2:32:57 Std. überqueren. Und da er diesmal die erste Hälfte ein wenig zu schnell absolviert hat und nachher alleine gegen den kalten Wind leichte Probleme bekam, ist es nicht schwer für ihn, in der nahen Zukunft noch schneller laufen zu können. Wenn man aber überlegt, dass mein Bruder jeden Tag auf die Arbeit geht und sein Training nicht immer regelmäßig stattfinden kann, ist das eine wahnsinnig tolle Leistung und wir sind alle stolz wie Oskar auf ihn! Er hat mir auch in meiner Vorbereitung wieder viel geholfen und wenn es nur wie letzte Woche Dienstag einfach so war, dass ich wusste, dass er da ist, obwohl er sein eigenes Programm hatte! Es bringt schon viel, wenn man weiß, da ist jemand, der sich auch gerade anstrengt!

Jetzt kann er am Sonntag gemütlich oder weniger gemütlich, weil er nervös ist Lächelnd, vor dem Fernseher sitzen und mit der Schwester mit fiebern, was sie in der großen weiten Feld so treibt.

Eurosport überträgt das Rennen von 15:00-18:00 Uhr mitteleuropäischer Zeit und falls ihr mich nicht viel sehen könnt, sind die Möglichkeiten im Internet ja schon immer besser und ihr könnt dort bestimmt irgendwo meine Zwischenzeiten mit verfolgen!

Lange Rede, kurzer Sinn, drückt mir die Daumen und ich gebe alles!

Eure Mocki

 

Die Tage bis New York sind gezählt!

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Noch nicht einmal mehr drei Wochen und dann steht endlich mein letztes Highlight in diesem Jahr an! Mein erster Marathon 2012 und das in New York! Gestern  habe ich von meinem Trainer Carsten Eich meinen letzten Trainingsplan für die nächsten drei Wochen bekommen und freue mich, dass es dann endlich ernst wird!

Mit der Halbmarathon-WM letzte Woche in Bulgarien war ich im Großen und Ganzen sehr zufrieden!  Mit meiner Zeit von 1:12:04 bin ich natürlich nicht glücklich, aber ab Kilometer 8 war ich ganz alleine auf mich gestellt und musste dann mit zunehmendem Wind kämpfen und ich kam auch nicht so gut mit den Temperaturen über 20 Grad und der direkten Sonneneinstrahlung klar! Ich hatte mir den Rennverlauf auch etwas anders vorgestellt und hatte ein wenig zu hoch gepokert! Das erst große Feld an der Spitze zog sich nach 3Km schell auseinander, da die afrikanischen Mädels kräftig auf die Tube drückten und sich in einer 6er-Gruppe deutlich absetzen! Dieser Gruppe folgten dann noch 2 Japanerinnen, die am längsten an der Spitzengruppe dran blieben und dahinter folgten dann die zwei Engländerinnen Gemma Steel , die ein sehr starkes Rennen ablieferte und am Ende auf Platz 7 als beste Europäerin ins Ziel kam, und Caryl Jones sowie noch einige andere Athletinnen, die aber alle merklich langsamer wurden! Ich ließ  bei Kilometer 8 dann aber auch erst mal beide Engländerinnen laufen, da ich felsenfest davon überzeugt war, sie auf jeden Fall wieder einzuholen! Es ging mir ja um die bestmögliche Platzierung und nicht um die Zeit. Ich hatte auf keinen Fall  erwartet, dass sie so stark wären! Sie arbeiteten fortan, aber auch zusammen und  hatten es somit deutlich leichter als ich! Hinter mir bildete sich eine größere Gruppe, aber ich wollte mich in der zweiten Hälfte dann auch nicht noch zurück fallen lassen!  Bis ins Ziel behauptete ich dann den 11.Platz und kann damit zufrieden sein! Top Ten hätte sich zwar besser angehört, aber das ist auch nur ein kleiner Wehrmutstropfen! Gelernt habe ich mal wieder, dass man seine Gegnerinnen absolut nicht unterschätzen darf!

4 Tage danach stand dann erst mal Regeneration auf dem Programm, wobei  mein Terminkalender trotzdem prall gefüllt war! Die Athleten der Bundeswehr wurden am Montag nämlich vom Verteidigungsminister  Dr.  Thomas de Maizière  in Berlin geehrt und jeder bekam einen „Coin“ als besondere Wertschätzung seiner Leistungen! Das war ein echt schöner Termin, da wieder so viele Sportler verschiedener Sportarten zusammen kamen und man mal die Möglichkeit hatte, sich auszutauschen.

Mittwochnachmittag führte mich dann meine Reise Richtung Leipzig, da dort am Donnerstag meine letzte Leistungsdiagnostik vor New York auf dem Plan stand! Ich musste 4x4Km absolvieren, wobei die letzte Stufe  3:20min/km ist! Da ich mittlerweile mein Wettkampfgewicht von knapp unter 45 Kilogramm erreicht habe, hatte ich natürlich sehr gute Sauerstoffaufnahmewerte, die für den Marathon von sehr großer Bedeutung sind! Je weniger Sauerstoff ich bei einer Geschwindigkeit  pro Kilogramm benötige umso weniger Energie muss ich aufwenden! 

Am Freitag stand dann mein wöchentlicher 35Km-Lauf auf dem Programm, da ich am Wochenende einige Termine rund um den Rheinenergie-Marathon in Köln  hatte!  Samstag unterstütze ich die Kinder und unseren Nachwuchs beim Mini-Marathon und hatte noch eine tolle Aktion am Messestand bei meinem Sponsor Orthomol Sport! Hier konnten meine Fans mit mir Bilder machen, die direkt ausgedruckt und dann anschließend noch von mir signiert wurden! Hat richtig viel Spaß gemacht und es freut mich auch, wenn ich immer mehr bekannte Gesichter wiedertreffe!

Sonntag ging ich dann beim Halbmarathon an den Start! Auch mein Bruder Markus war dabei und er lief im Alleingang Bestzeit in 1:11:42! Er ist in zwei Wochen beim Frankfurt Marathon am Start und sehr gut vorbereitet für die Königsstrecke! Ich durfte eigentlich nur 1:20:00 laufen, da es ja die nächsten 10 Tage nochmal im Training zur Sache gehen soll! Als ich aber hörte, dass einige namhafte Athletinnen nicht am Start waren, entschied ich mich doch auf Sieg zu laufen! So lief ich bis Kilometer 18 mit Nina Stöcker zusammen und setzte mich dann mit einer kleinen Tempo-Verschärfung ab! Nina konnte sogar ihre Bestzeit auf 1:17:01 verbessern und ich habe mich sehr für sie gefreut, da sie ja auch noch sehr jung ist! Die erste Hälfte liefen wir konstant 3:45min/km und die zweite Hälfte dann unter 3:40min/km! Für mich hat sich das  sehr locker angefühlt und es war eine sehr gute GA2-Trainingseinheit! Das war für mich super, da ich endlich mal die tolle Stimmung in Köln genießen konnte! Es war Wahnsinn, wie viele Menschen schon so früh am Morgen am Streckenrand standen und uns anfeuerten!  Danach fieberte ich natürlich noch mit den Marathon-Läufern mit und die Veranstalter wurden mit zwei Streckenrekorden, sowohl bei den Frauen als auch bei den Männern belohnt! Jeder Teilnehmer bekam im Ziel dann auch seine wohlverdiente Medaille und jeder war ein Sieger! In der aktuellen Ausgabe der Runner´s World habe ich genau dieses Thema aufgegriffen und ich wünsche Euch viel Spaß beim Lesen meiner Kolumne Zählen nur die Sieger!“!  Klar hat es mir auch noch mal Spaß gemacht, als Erste durchs Zielband zu laufen und ich lebe  davon, dass ich gewinne und immer mein Optimum abliefere! Aber es gibt auch mal Phasen im Leben, in denen  es nicht immer so läuft, wie man es gerade möchte. Dann ist man erst wieder ein Sieger, wenn man diese Phase wieder hinter sich gebracht hat! Man muss auch mal kämpfen wenn es nicht immer nur Schulterklopfer gibt. Außerdem  gibt es  Schicksale im Leben, da finde ich es bewundernswert, dass diese Menschen es erst recht  geschafft haben einen Marathon zu laufen! Das sind für mich auch Helden und Sieger!

In diesem Sinne

Eure Mocki

Über Kavarna nach New York…

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Ich war noch niemals in New York…

 

Ja, und das wird sich endlich 2012 ändern! Es geht nach New York! Und zwar nicht zum Sightseeing, sondern um den nächsten Schritt meiner Marathon-Karriere zu wagen! Am 04.11.12 werde ich an der Startlinie stehen und mit dabei sein beim größten Marathon-Klassiker der Welt! Der New York-Marathon!!!!!!!

 Es war schon immer ein Kindheits-Traum von mir oder sagen wir schon immer ein Traum von mir seit ich weiß, dass ich Marathon laufen will! Einmal im Leben muss man in New York gelaufen sein! Und ich glaube, dass diesen Gedanken fast jeder hat, der gerne Marathon läuft! So viel habe ich schon von dem Lauf gehört und jeder sprach nur von der tollen Stimmung und der wahnsinnigen Kulisse! Ein Lauferlebnis, was es nicht zu überbieten gibt!

Ich werde es jetzt am eigenen Leibe spüren können, ob es wirklich so  ein einmaliges Erlebnis sein wird! Seit dem  ich wusste, dass es mit dem Start klappt, freue ich mich auf diesen Tag wie ein kleines Kind! Natürlich spielt auch Respekt eine sehr große Rolle und das ist es auch, was mich immer noch zögern ließ, ob ich es wirklich in New York wagen soll! Die Strecke ist nicht einfach zu laufen, führt über drei  Brücken und auch in der Schlussphase, die durch den welligen Central Park geht , wird man womöglich an seine Grenzen geführt! Insgesamt hat man über 300 Höhenmeter zu überwinden!

Es gibt einige Athleten mit denen ich gesprochen habe, die genau aus diesem Grunde, die Strecke meiden! Aber das ist es gerade, was mich an dieser Strecke reizt! Niemand erwartet etwas von mir und auch ich erwarte  auch „nur“  von mir, dass ich das Rennen richtig und klug einteilen werde und nachher im Ziel sagen kann, das war ein super Lauf und ich mit mir zufrieden bin!  Dann weiß ich eh, dass auch noch eine anständige Zeit bei rum kommt und ich genug Konkurrentinnen hinter mir gelassen habe! Die Konkurrenz ist absolut hart und die Weltklasse , wie zum Beispiel die Olympia-Siegerin Tiki Gelana, wird sich  dort die Ehre geben! Und ich mit dabei! Wahnsinn!  Natürlich trainiere ich hart, um dort nicht nur dabei zu sein, aber die Drucksituation ist eine andere, da ich nicht als Favoritin an den Start gehe und ich vorher nicht viel Presse-Rummel haben werde, da ich eine unter vielen bin! Ich kann nur mich und Euch überraschen und das ist großartig! Es gibt keine Tempomacher und ich muss selbst entscheiden, welcher  Gruppe ich mich anschließe, ich muss selbst entscheiden, wann ich eine Tempoverschärfung mit gehe oder nicht und ich denke gerade daran werde ich wachsen!

Zwei  Jahre bin ich jetzt schon immer hinter meinen eigenen  Bestzeiten hinterher gelaufen und habe mich dabei selbst verloren. Das was mich bis dahin immer  ausgemacht hat, die Lockerheit im Training und im Wettkampf, wo dann die Bestzeiten unerwartet und überraschend  fielen, fehlte! Es hieß immer nur, Tempomacher und dann ab hinterher und  wenn man merkte es klappt nicht mit der Bestzeit, verkrampfte man schon innerlich und blieb weit hinter dem, was man eigentlich kann! Und irgendwann frisst einen die unangebrachte „Unzufriedenheit“ auf.

Und damit ist endlich Schluss! Für mich heißt es deshalb auch am Wochenende bei der Halbmarathon-Weltmeisterschaft in Kavarna  „Frau gegen Frau“ und nicht „Mocki gegen Mocki“!

Unser Start ist um 9:30 Uhr Ortszeit und die Wettervorhersage ist mit über 20 Grad nicht gerade so langstreckentauglich, aber wie gesagt, die Bedingungen sind für alle  gleich und es geht nicht um die Zeit, sondern um die bestmögliche Platzierung! Auch am Wochenende wird die Konkurrenz groß sein, aber ich freue mich drauf und bin gespannt, wie weit ich vorne landen werde!

Das Training in den letzten zwei Wochen lief sehr gut und ich habe schon gemerkt, dass  die DM in Nagold mir sehr gut getan hat und deshalb bin ich am Wochenende auch nochmals kurzentschlossen beim „ Bunert“-Lichterlauf in Duisburg  an den Start gegangen! Mit Startnummer auf der Brust geht man doch noch mal anders an ein Rennen, was für mich ein TDL sein sollte, ran und schafft mehr als alleine im Training!  Mit 32:57 Minuten konnte ich auch noch Streckenrekord laufen, obwohl ich auch hier  ab Kilometer 4 auf mich alleine gestellt war! Aber es hat Spaß gemacht und das ist die Hauptsache!

In diesem Sinne, ein toller Marathon-Herbst steht bevor und ich freue mich auf alles was kommt!

Drückt mir die Daumen!

Eure Mocki

Deutsche Meisterschaften in Nagold

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Seit dem Wochenende hat für mich nun die Straßensaison begonnen und meine erste Station war Nagold, wo ich meinen Deutschen Straßenlauf-Titel über 10 Km  souverän verteidigen konnte.

Mit der Zeit von 32:56 min bin ich ehrlich gesagt nicht ganz zufrieden,  gerne wäre ich mindestens 30 Sekunden schneller gelaufen, aber das Streckenprofil, das Wetter und auch die Tatsache, dass ich ab Kilometer 3 mein Rennen alleine an der Spitze selber gestalten musste, zeigen mir, dass ich auf einem sehr guten Weg bin und auch weitaus schneller laufen kann. Das Laufgefühl war jedenfalls super und auch mein Schritt hat sich so langsam wieder an die Straße gewöhnt.

Eine Minute vor Startschuss stellte ich mich ganz rechts an die Startlinie, so dass einige meiner ärgsten Konkurrentinnen schon dachten, ich wäre gar nicht am Start. Um 10:45 Uhr fiel der Startschuss und der Pulk setzte sich in Bewegung! Ich lief nach ca. 100m an die Spitze, zeigte mich erstmals meiner Konkurrenz und gab die Führung dann auch nicht mehr her! Erst folgten mir noch ein Dreiergespann aus Maren Kock, Lisa Hahner und Corinna Harrer. Bis Kilometer 3 konnte ich dann nur noch den Atem von Corinna Harrer, die später als Zweite in 33:38 Minuten ins Ziel kam, spüren, bis auch sie abreißen lassen musste. Corinna ist bisher eher auf der Unterdistanz von 800 – 1500m zuhause und dafür ist sie sehr stark gelaufen und unterstrich mit diesem Rennen nochmals ihr großes Talent und ihre Bandbreite. Als Dritte kam Lisa Hahner in 34:13 Minuten ins Ziel!

 Die ersten 3 Kilometer absolvierte ich in einem Schnitt von 3:15min/km, als ich aber dann alleine an der Spitze  war, fiel ich direkt auf einen Schnitt von 3:20min/km ab, was ich dann aber auch bis ins Ziel konstant weiter lief. Nur auf der Zielgeraden spurtete ich nochmals um wenigstens noch unter einer Zeit von 33 Minuten zu bleiben. Mein Durchschnittspuls von 177 Schlägen/Minute zeigt auch, dass ich noch einige Reserven hatte! Sonst absolviere ich einen Wettkampf mit einem Schnitt von 182 – 184 Schlägen in der Minute!

Die ersten drei Tage nach dem Wettkampf hieß es aber trotzdem Regeneration für mich, was so viel bedeutet, nur einmal locker am Tag 10 – 12 Km zu laufen, leichtes Kraft-Training, Dehnen und natürlich Massage!

Ab morgen folgt dann wieder ein harter Trainingsblock von 10 Tagen, wo ich wieder zweimal am Tag trainieren werde. Danach heißt es dann richtig erholen und ausgeruht am Start der Halbmarathon-Weltmeisterschaft in Kavarna zu stehen!  Ab dem übernächsten  Wochenende geht dann  auch schon die heiße Marathon-Phase los, in der  ich Euch allen und auch Jan Fitschen und Anna Hahner beim Berlin-Marathon ganz fest die Daumen drücken werde!

Bei welchem Marathon ihr mir die Daumen drücken könnt, erfahrt ihr gegen Ende der Woche!

Es bleibt spannend!

Eure Mocki

Mit voller Kraft in den Herbst…!

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Nächstes Wochenende geht es endlich wieder los!

Die Straßensaison ist eröffnet und beginnt für mich am kommenden Sonntag in Nagold bei den Deutschen 10Km-Meisterschaften, wo ich natürlich versuchen möchte meinen Titel aus dem letzten Jahr zu verteidigen. Genau drei Wochen später am 06.10.12 werde ich dann bei den Halbmarathon-Weltmeisterschaften in Kavarna ( Bulgarien ) nochmals für dieses Jahr im Nationaltrikot an den Start stehen! Auf diesen Einsatz freue ich mich wahnsinnig und danke dem DLV für sein Vertrauen, mich dafür zu nominieren.

Das Einzige was noch unklar ist, mit welchen Marathon ich das Jahr 2012 beenden werde, aber auch dort sind wir mittlerweile auf einem guten Weg. Die Tendenz, die sich andeutet, motiviert mich gerade ungemein im Training. 

Nach London bin ich doch erst mal in ein kleines Loch gefallen und es fiel mir in der ersten Woche schwer, überhaupt irgendwelche Schritte laufenderweise zurückzulegen! Natürlich wurde auch das Ergebnis von London mit meinem Trainer-Team  analysiert, was wir aber Ende des Jahres noch genauer machen werden! Auch hier gibt es aber schon eine Tendenz und wir werden unser Timing bezüglich der Höhentrainingslager-Aufenthalte noch genauer planen müssen! Nichts desto trotz hatten wir mit 6 Monaten sehr wenig Zeit und was wir daraus gemacht haben, zeigt, dass nach wie vor eine Menge Potenzial in mir steckt.

Seit genau vier Wochen befinde ich mich jetzt nun in der Marathon-Vorbereitung, wo ich einmal in der Woche noch auf der Bahn trainiere um weiter die Grundgeschwindigkeit hochzuhalten! Hier machen wir entweder 1000er-Programme mit schnellen Trabpausen oder 1000er und 400er im Wechsel mit schnellen Trabpausen! Die zweite Variante macht mir aber mehr Spaß! Freitags geht es dann auf die Straße, wo ein TDL von 15 Km auf dem Programm steht! Begonnen habe ich  mit 12 Km, aber mittlerweile bekomme ich die 15 Km stabil hin, somit wird auch da noch an der Geschwindigkeit gedreht und eventuell noch an der Länge! Sonntags steht ab jetzt wieder der lange Lauf bis zu 35Km auf dem Programm, der eigentlich recht moderat ist, wo ich aber hinten raus dann mit Endbeschleunigung arbeite! Somit ist das auch schon eine ganz schön harte Einheit. Unter der Woche stehen dann einmal noch 27Km auf dem Programm und eine Radeinheit! Und um dieses Jahr auch noch Kraft auf den letzten Metern zu haben, steht zweimal in der Woche ein Allgemeines Kraftprogramm auf dem Trainingsplan und Lauf-ABC mit Sprungläufen! 

Also, ihr seht, ich bin fleißig im Training, deshalb hat es mit diesen News auch etwas länger gedauert. Einfacher ist es  Euch dann zwischendurch auf meiner Facebook-Seite auf dem „Laufenden“ zu halten!

Wir sehen uns, egal wo, und ich freue mich auf Euch!

Eure Mocki

Meine Olympia-Nachlese

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Tage wie diese…Der Song von den Toten Hosen begleitet uns schon

eine ganze Zeit in diesem Jahr und steht eigentlich für einen tollen Tag, der kein Ende finden soll! So einen Tag hatte ich am Freitag den 3.August im olympischen Finale leider nicht erwischt! Es war einfach nicht mein Tag, nicht der Tag wofür ich mich gute zwei Monate nachdem ich die Qualifikation für die Olympischen Spiele geschafft hatte, vorbereitet habe! Ich wollte mehr, wenigstens Jahresbestleistung laufen, aber es kam alles anders als ich es mir erhofft habe! Aber erst einmal der Reihe nach…

Zwei Tage vorher war ich erst aus dem Höhentrainingslager aus Sankt Moritz angereist, wollte alles genau wieder so perfekt machen, wie ich es  schon zwei Monate zuvor bei der Olympia-Quali gemacht hatte. Wir wollten noch einen drauf setzen und somit war das Trainingslager in Sankt Moritz auch härter von den Intensitäten als das Letzte! Ich war guter Dinge, dies auch zu schaffen! Auch beim Einlaufen fühlte ich mich locker und sagte mir, alles was gleich kommt ist toll, du bist dabei, du hast es geschafft, Dich nach Deiner Verletzung zurück zu kämpfen! 50 Minuten vorher ging es schon in den Call-Room, bis dahin muss man dann schon seine wichtigste Vorbereitung auf das Rennen geschafft haben! Im Call-Room wird die Konkurrenz beäugt, nachdem die Helfer ihre Arbeit getan haben, indem sie Spike-Länge und das Renn-Outfit auf ihre Richtigkeit überprüft haben. Leichte Steigerungen und Dehnen und mehrmalige Gänge auf die Toilette sind noch gestattet und warten, dass es losgeht! 15 min vor dem Start wurden wir dann endlich über eine lange Brücke in das Olympia-Stadion geführt! Als ich die Kulisse sah, war ich einfach nur überwältigt und ein kalter Schauer lief mir über den Rücken! Mensch, das ist Olympia und ich bin dabei! Bis auf den letzten Platz war das Stadion ausverkauft und die Stimmung und die Geräuschkulisse waren einfach super! Mit Jo Pavey und Julia Bleasdale waren zwei Engländerinnen im Starterfeld, was die Stimmung noch mehr anheizte! Ich stand auf der Startposition zwei direkt neben Publikumsliebling Jo Pavey und freute mich für den Applaus den sie erntete schon vor dem Rennen. Das war so laut, das war der Wahnsinn! Dann hieß es Konzentration, der Startschuss fiel. Ich hatte ein langsames Rennen erwartet, was ab der Hälfte dann schneller durch die Kenianer und Äthiopierinnen werden würde! Aber es kam anders als ich dachte! Nach 100m setzen sich die Japanerinnen an die Spitze und sorgten für ein schnelles aber nicht zu schnelles Tempo! Sie liefen genau auf 31 Min an! Bei 31:03 Min liegt der Deutsche Rekord, wovon ich nun immer noch „nur“ träumen kann! Von Anfang an lief ich am Ende des Feldes und ging den 1Km ungefähr in 3:08 Minuten durch! Eigentlich nicht zu schnell, aber der Schritt fühlte sich nicht gut an und ich fühlte mich einfach nicht gut! Ja, einfach nicht frisch genug! Ich schaute hinter mich und sah, ich war die Drittletzte am Ende des Feldes! Oh, man! Warum fühlst Du Dich jetzt so, schoss es mir durch den Kopf! Es ist doch Olympia, da wo so viele Menschen gar nicht hinkommen. Du hast doch noch so hart gearbeitet, so viel noch investiert, was ist jetzt los??? Ich musste abreisen lassen und hoffte, dass mir irgendwann die eine oder andere Läuferin noch entgegen kommen würde! Aber dafür war das Tempo nicht hoch genug! Es war genau richtig für die Mädels hinter der absoluten Weltspitze, sehr gleichmäßig und sie waren in einem Pulk! Ich war dann alleine und kämpfte auf der Gegengerade gegen den starken Wind! So viele Gedanken schossen mir durch den Kopf… war es zu hart, was ich mir noch abverlangt habe, fehlte die Grundlage des Winters aufgrund meiner Verletzung Anfang Januar, was war los? Ich fühlte mich alleine in diesem riesigen Stadion, ja wirklich alleine! Eine Sekunde dachte ich an Aussteigen, aber das wollte ich nicht! Meine Eltern und mein Freund saßen im Publikum, denen ich die Karten geschenkt hatte und so froh war, dass sie bei meinen dritten olympischen Spielen dabei sein konnten! Also weiter kämpfen und wenn dann nur für sie. Dann kam mir in den Sinn, das Tempo zu reduzieren und einfach nur irgendwie ins Ziel zu kommen! Nein, das wäre auch zu einfach gewesen und dafür hast Du Dich nicht gequält in der letzten Zeit! Endlich wurde dann mein Nachdenken unterbrochen und ich sah die Italienerin Nadia Ejjafini vor mir und sie war mein nächstes Ziel! Die holst Du Dir! Sie hing sich dann bei mir in den Windschatten und bedankte sich nach dem Rennen bei mir! Ohne mich hätte sie vielleicht auch aufgegeben und wäre langsamer als knapp unter 32 Minuten ins Ziel gekommen! Eins wusste ich jetzt schon, Du rennst auf jeden Fall mit einem Lächeln durchs Ziel, egal, wie Du Dich wirklich fühlst! Egal, Du kannst und musst trotzdem auf Dich stolz sein. Jetzt ging mir schon durch den Kopf, wie die Außenwelt wieder reagieren würde! Ach man, wenn ich doch mehr könnte, warum hat sich der Aufwand nicht gelohnt? Aber hätte ich nicht alles versucht, hätte ich mich nachher auch geärgert.  Wir sind nur Menschen und keine Maschinen! Mein Körper gab an diesem Abend einfach nicht mehr her! Ich lief noch an die dritte Japanerin ran und ab dann merkte ich, jetzt musst Du versuchen an ihr dran zu bleiben! Mehr geht nicht! Auch wenn ich gewollt hätte! Nach knapp 28:45 Minuten war es dann soweit, unser Dreier-Gespann wurde von der Spitzengruppe überrundet! Ich war die einzige von uns, die schon frühzeitig reagieren konnte und der Japanerin immer zurief, dass wir Platz machen müssten! Ich bewunderte die Japanerin, sie pfiff schon aus dem letzten Loch und konnte mich auch in der letzten Runde noch auf Abstand halten, was ich nicht erwartet hatte! Sie hatte aber die Energie zu kämpfen, alles zu geben! Die Energie hatte ich einfach nicht, warum auch immer! Es war einfach nicht mein Tag! Im Ziel angekommen nach 31:50 Minuten sank ich nur noch auf den Boden und wäre da am liebsten liegengeblieben! Leider führte mein Weg zum Aufwärmplatz noch durch die Mixed-Zone, wo ich nicht viele aber dennoch einige Worte gegenüber der Presse  zu meinem Rennen finden musste! Ich überspielte meine Enttäuschung und sagte, dass ich nach diesem Jahr, was nicht gut begann, einfach zufrieden sein musste! Das ich froh war, dabei zu sein! Aber wer will das hören? Dabei sein, wo doch nur Medaillen zählen, bzw. Endkampfplatzierungen! In Wirklichkeit wollte ich auch nicht „nur“ dabei sein, jeder möchte sein Bestes geben! Aber es ist leider nicht immer möglich! Wäre ich Bestzeit gelaufen, wäre trotz allem „nur“ ein 14.Platz möglich gewesen.  Aber ich wäre dann auch mit einem 14.Platz megahappy gewesen! Als Auslaufmodell wurde ich in der Presse bezeichnet! Auslaufmodell? Ich weiß nicht! Jo Pavey ist mit  39 Jahren Siebte geworden und 30:53 Minuten gelaufen! Ich bin jetzt 31 Jahre und habe durchlebe gerade eine Phase in der es nicht nach oben geht, aber soll ich deshalb jetzt aufhören und nicht mehr daran glauben? Nein und somit habe ich mir für die Zukunft folgenden Leitspruch von Winston Churchill rausgesucht…“Die Kunst ist, einmal mehr aufzustehen, als man umgeworfen wird!“  Nach dem Rennen traf ich dann endlich meine Eltern und meinen Freund wieder, auf die ich so lange verzichtet habe, und wir analysierten das Rennen! Schlussfolgerung war, das der Aufwand den ich betrieben habe nicht in der Relation zu der Leistung stand, die ich abgerufen habe! Aber wie gesagt, wir sind nur Menschen und es sollte einfach nicht sein! Abends saß ich dann noch mit dem Betreuer-Stab der Schwimmer zusammen, den es ja auch nicht besser als mir ergangen ist! Geteiltes Leid ist halbes Leid! Die Tage nach dem Rennen lenkte ich mich mit meiner Familie und meinem Freund ab und wir machten ein wenig Sightseeing durch London, was auch einen Kraftakt bedeutete, da die Stadt wahnsinnig voll war! Abends hatte ich dann immer einen langen Weg zurück ins olympische Dorf! Müde war ich, obwohl ich gar nicht gefeiert habe, ja mental müde! Auch nach dem Marathon der Frauen, wo ich mit unseren Mädels mitgefiebert habe, kam keine Lust in mir auf wieder die Laufschuhe zu schnüren! Und so entschied ich mich, London schon vor der Abschluss-Feier zu verlassen! Ich wollte wieder Lust auf Laufen haben und nicht auf einer 2Km-Aspahlt-Runde durchs Olympische Dorf durch die Athleten und Busse  spießrutenmäßig meine Runden drehen! Man kann jetzt sagen, das sind doch Olympische Spiele und irgendwann ärgert man sich, dass man die Abschlussfeier hat sausen lassen und nicht dabei war! Nee, ich war schon in Peking nicht dabei und trauere  dem Spektakel nicht hinterher! Das muss jeder mit sich selbst ausmachen! Ich wollte mich wieder frisch fühlen und nicht feiern! Und das fühle ich mich jetzt endlich wieder! Frisch für neue Aufgaben! Deshalb bin ich auch genau die Strecke heute gelaufen, die ich dieses Jahr zum ersten Mal nach meiner Verletzung gelaufen bin! Heute war ich 40 Sekunden pro Kilometer schneller und das hat mir gezeigt, dass es sich trotz allem gelohnt hat, zu kämpfen, wieder aufzustehen und Spaß am Laufen zu haben! Ab Morgen nehme ich dann wieder richtig Fahrt auf und das nächste Ziel werden erst mal am 16.09 die Deutschen 10Km-Meisterschaften in Nagold sein. Das Jahr möchte ich mit einem Herbstmarathon abschließen! Wo genau, das steht noch in den Sternen, aber ich halte Euch auf dem „Laufenden“!

Am Ende möchte ich mich noch bei Euch für die viele Unterstützung im Vorfeld des Rennens und die vielen Glückwünsche im Nachgang  von Euch bedanken!

Für solche Fans macht es Spaß zu kämpfen und nicht aufzugeben!

Eure Mocki  

Platz 17 bei Olympia

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Nun ist der 10.000m Lauf auch wieder Geschichte

Es war wieder mal ein tolles Erlebnis, auch wenn ich nicht das erreichen konnte was ich mir erhofft hatte. Da ich noch in London bin, kann ich nicht so ausführlich berichten. Aus diesem Grund hier ein Link auf die Rhein-Zeitung, die einen schönen Artikel veröffentlich hat.

Bis zu neuen Taten

Eure Mocki

Der Countdown läuft…

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In genau vier Tagen am Freitagabend stehe ich um 22:25 Uhr (MEZ)

an der Startlinie des 10000m-Finales bei den Olympischen Spielen in London 2012!

Das Rennen wird von ZDF übertragen und ich hoffe, ihr könnt mich das ein oder andere Mal durchs Bild huschen sehen!

Auch meine Abschluss-Einheit liegt schon hinter mir und sie hat sehr gut geklappt! Ich kann sagen, ich habe alles für diesen 03.08.12 getan! Mehr geht nicht!!  Oder sagen wir mal so, nachdem ich genau am 01.01. dieses Jahres die Diagnose Ermüdungsbruch im linken Mittelfuß bekam, war meine Ausgangsposition nicht wirklich optimal!  Aber keine einzige Minute habe ich gezweifelt, es nicht schaffen zu können!

Dieses Jahr stand bisher so viel Verzicht wie noch nie auf dem Programm! Für mich heißt Verzicht, nicht bei meinem Freund,  bei meiner Familie und nicht in meiner geliebten Heimat, dem Siegerland zu sein.  Aber es blieb mir nichts anderes übrig… Eine Woche gab ich mir nach der Verletzung alles zu sortieren und das Jahr 2012 bis zum Olympia-Finale genauestens zu planen! Dann hieß es 5 Wochen Reha in Herxheim, ganz viel Alternativ-Training um die Form zu halten und an Defiziten zu arbeiten!

Mit einer sehr schlechten Form ging es dann zum ersten Mal ins Höhentrainingslager nach Kenia, wieder 3 Wochen weg! Der Lohn, zwei Wochen später mein nächster DM-Titel über 10000m in 32:24 Min! Das würde natürlich nicht reichen, also wieder 3 Wochen ins nächste Höhentrainingslager nach Sankt Moritz!  Zwei Tage danach klappte es dann am 03.06 in Bilbao beim Europa-Cup mit der Olympia-Qualifikation in 31:36 Min.

Genau 5 Wochen war ich dann in der Heimat, wo ich nochmal 3 Wettkämpfe absolvieren konnte! Deutsche Meisterin über 5000m in Wattenscheid, dann ein nicht so grandioser Auftritt bei  der Europameisterschaft, wo ich „nur“ Fünfte wurde und mich unter Wert verkaufte! Dort war ich noch müde vom Training und ich bin froh, dass ich kurz vor meinem aktuellen Höhentrainingslager in Sankt Moritz noch einmal über 5000m in Bottrop an den Start  gegangen war! Ausgeruht konnte ich hier 15:16 Min laufen und das zeigte mir, dass der Weg richtig ist, den ich bisher Richtung Olympia gegangen bin.

Genau 3425 Km habe ich bis jetzt  in diesem Jahr absolviert, das heißt 19 Km am Tag und die Qualität wurde erheblich gesteigert. Mehr ging aufgrund des holprigen Jahresanfanges auch nicht!

So fahre ich jetzt am Mittwoch mit dem Gefühl nach London, dass ich jeden Tag genutzt habe, um mein „Bestes“ geben zu können! Die Konkurrenz ist sehr stark, aber wir sind ja auch bei Olympia und nicht auf einem Kindergeburtstag! Mir Prognosen möchte ich mich auch zurückhalten, da eh immer wieder alles anders kommt, als man denkt! Das ist Sport und wir sind alle  nur Menschen!  Aber eins weiß ich, ich werde nachher nicht wieder sagen, ich war wieder müde vom Training. Denn  ab jetzt heißt es neben ganz lockeren Dauerläufen und ein paar Steigerungen, nur noch Füße hochlegen und frisch werden!

Drückt mir die Daumen und ich mache den Rest!

Eure Mocki

Teilweise Sperrung meiner Internetseite vom 18. Juli - 15. August 2012


Bitte beachten:

In der Zeit vom 18. Juli bis 15. August ist meine Homepage teilweise gesperrt, da alle Olympia Teilnehmer nur Werbung für die offiziellen Olympia Partner machen dürfen. Aber ich werde euch auf meiner "Aktuelles" Seite und in Facebook auf dem Laufenden halten.

Eure Mocki

Sankt Moritz

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Seit drei Tagen befinde ich mich jetzt nun wieder in Sankt Moritz für

für meine finale Vorbereitung auf die Olympischen Spiele in London! Das heißt nochmals 3 Wochen jeden Tag so gut es geht zu nutzen und dann ausgeruht und fit am 03.August abends um 22:25 Uhr an der Startlinie des 10000m-Finales stehen!

Aber wirklich fit und ausgeruht und nicht müde, wenn es drauf ankommt! Und da wäre ich auch schon beim Thema! Bei der EM in Helsinki letzte Woche war ich nämlich „leider“ nicht ausgeruht und fit am Start! Müde war ich und vielleicht auch deshalb, weil ich anscheinend nicht genug  Respekt vor dem Rennen gehabt habe! Beim Blick in die Startliste eine Woche vor dem Rennen, war ich mir so sicher  wie noch nie, dass es diesmal auf jeden Fall mit einer Medaille klappen sollte! Ich hatte mir schon alles so schön zurechtgelegt und auch meine Abschlusseinheit an dem Mittwoch zuvor, war super gut und um einiges schneller als noch vor Bilbao! Aber dann habe ich den entscheidenden Fehler gemacht und bin die Dauerläufe, die eigentlich ruhig sein sollten, immer hinten raus noch auf Druck gelaufen. Klar habe ich hier schon oft darüber geschrieben und irgendwann sollte man auch in meinem reifen Laufalter aus seinen Fehlern lernen, aber anscheinend war ich so übermotiviert und meiner Form so sicher, dass ich das  mal eben im Vorbeigehen schaffen würde und somit muss ich dieses Rennen mal wieder unter „Erfahrungen sammeln“ abhaken. Wirklich nur so schade, da es noch nie so einfach gewesen wäre, eine Medaille zu erlaufen wie diesmal! Zwar ist der fünfte Platz bei einer EM über 10000m meine bisher beste Platzierung, aber das konnte mich auch nicht trösten! Zumal ich das Gefühl hatte, dass die anderen Läuferinnen, außer der Siegerin Dulce Félix, alle nicht wirklich frisch waren. Mein erster Gedanke im Ziel war, mir fehlen noch die Unterdistanzrennen und die Tempohärte und ich müsste jetzt unbedingt noch ein Rennen vor meinem Trainingsaufenthalt in der Schweiz haben! Aber nach einer gründlichen Analyse am nächsten Tag konnte es nur an meiner fehlenden Frische gelegen haben. Somit verwarf ich auch den Gedanken ganz schnell, da ich in der letzten Woche noch einige Termine zu erledigen hatte! So ging es Montag nach dem Rennen  direkt nach Salzburg, wo ich abends einen TV-Auftritt bei „Sport und Talk aus dem Hangar-7“ bei  servus-TV hatte! Am nächsten Morgen ging es dann von Salzburg Richtung Frankfurt und von da aus direkt zur Olympia-Einkleidung nach Mainz! Nach 3 Stunden Klamotten anprobieren, Poster unterschreiben und Bilder machen, ging es dann um 16 Uhr endlich nachhause, wo ich noch locker 8Km lief und dann nur noch platt ins Bett fiel! Mittwochs lief es auch noch zäh und erst am Donnerstag kamen so langsam meine Lebens-und Laufgeister wieder zurück!

Mittags bekam ich dann  von meinem Heimtrainer Heinz Weber eine E-Mail mit der Startliste von der Bottrop-Gala am Freitag und Samstag, wo sich Carsten Schlangen in letzter Minute  noch über 1500m für die Olympischen Spiele qualifiziert hatte! Jetzt konnte ich nicht mehr ruhig sitzen und kontaktierte direkt Carsten, ob ich dort nicht doch noch die 5000m laufen sollte! Was Carsten aber zu heikel war, war die Tatsache, dass das gut besetzte Frauen-Rennen Samstag um 16 Uhr war und ich dann nicht wüsste, ob es wieder zu warm werden würde und ihm war es auch zu dicht am Trainingslager dran! Wir vereinbarten dann, wenn ich mich Freitagmorgen nach einem Auftakt gut fühlen würde, dann dürfte ich abends um 20:45 Uhr im Männerrennen an den Start gehen! Ich fühlte mich gut und hatte spontan auch noch die Zusage von einem guten Trainingskollegen, der jetzt in Düsseldorf  wohnt, mir Tempo zu machen! Thomas Tremmel vom Tus Deuz!  Nachmittags wurde ich noch offiziell vom Landrat aus Siegen, Paul Breuer, und vom Landrat aus Betzdorf, Michal Lieber nach Olympia verabschiedet.  Für diesen Termin warf ich mich schon einmal in die Olympia-Kluft von Bogner, die mir übrigens sehr gut gefällt! Das einzige was mir vielleicht nicht gefällt, ist die Tatsache, dass es nur flache Schuhe gibt, da ich ja nicht die Größte bin! Um 17:30 Uhr machte ich mich dann mit meinen Bruder Markus auf den Weg nach Bottrop, wo wir unterwegs aber noch Thomas in Düsseldorf einsammeln mussten!

Ein Stau hätte nicht sein dürfen, dafür war das Zeitfenster dann doch zu eng! Genau 50min vorm Start waren wir da und machten uns dann direkt warm! Geplant war eine Zeit um die 15:25 min!

Thomas  sollte mit 74 Sekunden pro Runde anfangen und ich sollte ihm dann ein Signal geben, wenn ich schneller wollte! Den ersten Kilometer absolvierten wir auch im Plan und gingen 3:05 Minuten durch! Ich fühlte mich gut und wir steigerten das Tempo ein wenig! Bei 3000m hatten wir 9:12 auf der Uhr und dann wusste ich, es wird unter 15:25 Minuten! Jetzt war ich schon zufrieden und wusste, dass es sogar mit einer Zeit unter 15:20 Minuten klappen könnte! 15:16,89 stand am Ende in der Ergebnisliste, was zugleich auch deutsche Jahresbestleistung bedeutet! Markus musste zwar die letzten 2Km abreisen lassen, verbesserte seine Bestzeit aber dennoch um 12 Sekunden auf 15:23,75! Ein gelungener Ausflug, ganz spontan und ohne groß vorher zu Überlegen! Wenn das doch immer so klappen würde J!

Jetzt bestätigte sich auch meine These, dass ich bei der EM einfach nicht frisch war! Letzte Woche kamen nämlich samt Wettkampf nur sage und schreibe 65 Km zustande! Egal, denn dieses Rennen hat mir nochmal Sicherheit für meine nächsten Trainingswochen gegeben! Und eins ist klar, In London stehe ich frisch und ausgeruht am Start und dann wollen wir doch mal sehen, was ich über die 10000m so abliefern kann!

Auf jeden Fall bleibt es spannend!

Eure Mocki

Zwischenstopp EM Helsinki

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Am Mittwoch geht die Europameisterschaft in Helsinki los,

dass letzte große Highlight für die meisten DLV-Asse vor den Olympischen Spielen! Für einige ist es aber auch schon „das“ große Highlight in dieser Saison, da sie sich nicht für die Olympischen Spiele qualifiziert haben! So sendet der DLV ein riesiges Team von knapp über 90 Athleten dorthin!

Ich werde am Sonntag, den 01.Juli um 17:25 Uhr, am Start des 10000m-Finales stehen und freue mich schon riesig auf meinen nächsten Einsatz im Nationaltrikot.

Für mich ist das Rennen ein bisschen mehr als nur ein Zwischenstopp auf dem Weg nach Olympia! Ich möchte mich vor meinem Trainingslager noch mal in sehr guter Form präsentieren und die ein oder andere Europäerin, die beim Europa-Cup vor 3 Wochen noch vor mir war, hinter mir lassen. In der Startliste sind mit mir 4 Mädels, die die Norm für die Olympischen Spiele von 31:45 min schon unterboten haben. Der Portugiesin Dulce Félix, die auch schon die Marathon-Olympia-Norm hat, würde ich sie noch zutrauen und bin gespannt, wie sie ins Rennen geht und ob sie noch einen Angriff auf die Norm starten wird! Beim Blick in die Startliste bin ich wirklich froh, dass ich die Norm schon habe und ich mich ganz auf ein taktisches Rennen einstellen kann. Ich mache mir noch nicht zu großen Druck, da Papier geduldig ist und ich meine gute Form auch erstmal in einer Woche aufs Parkett bringen muss. Sollte ich in der letzten Runde aber noch an der Spitze dran sein werde ich auf den letzten 100m mal wieder alles geben! 

Da ich ja seit diesem Jahr wieder mit dem IAT in Leipzig zusammen arbeite, wurde von meinem Meisterschaftsrennen der letzten Woche auch eine Rennanalyse gemacht, die mir leider noch nicht vorliegt. Ich bin so gespannt, wie schnell ich die letzten 200m wohl war! Eine Information habe ich aber schon und das ist die Messung meines Laktat´s nach dem Rennen. Auf sage und schreibe 12 Laktat habe ich es geschafft und das ist für eine Langstrecklerin wie mich schon ganz schön ordentlich und ich bin froh, dass ich mich noch so ausbelasten kann.

Nach zwei lockeren Tagen hieß es in der letzten Woche noch mal für mich die Form stabilisieren und Qualität ins Training zu bringen! Dienstag Abend stand dann ein Tempowechseltraining von 14 Km in 48:09 min auf dem Programm, wo ich die Runden zwischen 88 Sekunden und 76 Sekunden absolviere, aber die meiste Zeit an meine aktuellen 3mmol- Schwelle von 3:20 min/km laufe! Die letzten 2 km lief ich dann frei nach Gefühl in 3:13 und 3:08 min um auch über der Schwelle zu trainieren, da das noch nicht das Ende des Lieds bei mir ist! Freitag hieß es dann nochmals was für die Motorik zu machen und zwar 10x200m in stabilen 33 Sekunden und 65 Sekunden Pause für die 200m-Trabpause.

Abends war ich dann von der Sporthilfe Rheinland-Pfalz  in Brodenbach an der Mosel zur Verabschiedung der Olympioniken eingeladen! Eine tolle Grillparty mit Olympiaflair und eine willkommene Abwechslung zum Trainingsalltag! Gemeinsam wurde auch das Spiel Deutschland gegen Griechenland geschaut und der Sieg Deutschlands rundete den Abend noch ab!

Samstag stand dann die nächste Belastung auf dem Programm, 10 Km TDL in 34 min! Bei 5 Km ging ich in 16:53 wie geplant durch und da ich mich noch locker fühlte, steigerte ich nochmals das Tempo und kam auf eine Endzeit von 33:27 min! Qualität stand auch bei den Dauerlaufen auf dem Programm, die ich alle im Schnitt unter 4:20 min/km absolvierte! Das hört sich nicht schnell an, aber bei bis zu 200 Höhenmetern, die man teilweise auf unseren wunderschönen Strecken im Siegerland und auf dem Rothaarsteig zu überwinden hat, ist das ganz schön ordentlich. Somit konnte ich die letzte Woche heute zufrieden mit 140 Gesamtkilometern abschließen!

Der größte Teil der Mannschaft bricht morgen schon Richtung Helsinki auf! Mein Flug geht zum Glück erst am Freitag, so kann ich mein Abschluss-Programm am Mittwoch noch zuhause machen und auch die letzten Dauerläufe auf meinen gewohnten Strecken.

Es gibt ja solche und solche Wettkampf-Typen, aber ich bin froh, dass ich erst zwei Tage vor meinem Rennen anreisen kann und mir der DLV auch die Möglichkeit lässt, da ich sonst schon ab morgen nervös werden würde! Natürlich wird der Mannschaftsgedanke gestärkt, wenn alle gemeinsam anreisen, aber am Ende muss doch jeder individuell seine Leistung abrufen und mir tut es gut, wenn ich noch lange genug abgelenkt bin und nicht zu viel über Zeiten und Training reden muss und die Konkurrenz erst an der Startlinie sehe!

Jetzt heißt es nächste Woche erst „Daumen drücken“ für mich und dann hoffentlich abends „Daumen drücken“ für die Deutsche Elf im EM-Finale!

Eure Mocki

Deutsche Meisterschaften Wattenscheid

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Gestern konnte ich meinen 11.Titel über 5000m erringen und

das war ein harter Kampf, der aber riesig Spaß gemacht hat und mir deshalb auch in toller Erinnerung bleiben wird.

Das kann ich nicht von jedem Titel sagen. Um diesen musste ich halt gestern extrem kämpfen und lange habe ich nicht mehr solch ein Rennen wie gestern gehabt, da das Rennen quasi im Spurt auf den letzten 100m entschieden wurde. Früher habe ich diese Rennen geliebt!

Aber was heißt früher, so alt bin ich auch wieder nicht, eigentlich im besten Rennalter, aber ich kann echt schon auf eine lange Laufkarriere mit viel Höhen, aber auch einigen Tiefs zurückblicken! Immer wieder neue Situationen auf die man sich einstellen muss. Aber das macht diesen Sport ja aus und es auch jedes Mal so spannend.

Sagen wir mal „früher“ habe ich immer Irina Mikitenko, die mittlerweile erfolgreich auf der Marathondistanz zuhause ist, gejagt, wenn sie am Start über 5000m oder 10000m war und nur einmal hatte ich 2006 das Nachsehen oder sie war nicht am Start und ich konnte mangels Konkurrenz ein einsames Rennen gegen die Uhr und mich laufen. Ich kann mich aber  noch gut an die DM 2004 in Braunschweig erinnern, als ich wieder auf „Mikitenko“-Jagd war und laut Papier nicht gewinnen hätte können, aber ich versuchte so lange an ihr dran zu bleiben, wie ich konnte, sie zog dann zwei Runden vor dem Ziel zum finalen Endspurt und ich musste eine Lücke reißen lassen! Eine Runde vor Schluss kam ich aber doch noch an sie ran und 100m vor Schluss war ich mit ihr auf  Augenhöhe und biss die Zähne zusammen und spurtete um mein Leben zum Sieg. Unvergesslich und deshalb  habe ich das Rennen noch genau vor Augen als wäre es gerade gestern gewesen.

Und nun zu gestern, da hatte ich zum ersten Mal mit einer ganz anderen Situation zu kämpfen.  Ich bin nämlich mittlerweile die Gejagte und seit letztem Jahr ist endlich mal ein Ruck durch die Laufszene gegangen und es haben sich einige Mädels zu ernsthaften Gegnerinnen für mich entwickelt.  Sie sind jung und frisch und können „spurten“, was ich bis gestern dachte, dass ich es nicht mehr so gut kann, gerade auch nach meiner Verletzung.

Da ich am Dienstag noch eine Leistungsdiagnostik in Leipzig gemacht habe, die sehr vielversprechend war und auch der Tempolauf am Nachmittag, wo ich 2000m in 5:57 min absolvieren konnte, entschieden wir uns bei der DM mindestens eine Zeit von 15:30 min laufen zu wollen. Eigentlich auch machbar, eigentlich! Es wurde Donnerstag, ich war immer noch müde in den Beinen, aber das ist meist so, zwei Tage nach der Belastung. Es wurde Freitag und immer war ich noch nicht frisch, also früh ins Bett und Samstag wird ausgeschlafen! Das tat ich auch, aber der Körper und meine Beine waren immer noch  nicht  wirklich frisch.

Egal, den Start konnte man ja jetzt wegen meiner fehlenden Frische nicht verschieben, nur wusste ich, es wird nicht einfach! Im Kopf behielt ich aber meine Taktik! In Wattenscheid angekommen, das Wetter war mit 19 Grad und Nieselregen optimal, nur überraschte mich  ein ganz schöner Wind! Naja, auch egal, weiter positiv denken! Als meine stärkste Gegnerin sah ich an diesem Tag Maren Kock, die Jahresbeste über 5000m und mit 15:27 min qualifiziert für die EM in zwei Wochen. Sie hat die nötige Ausdauer und kann blendend spurten! Ich wurde immer nervöser aufgrund des Windes und stellte meine Taktik um, erstmal bis 2000m schauen, was die Mädels machen und dann versuche ich mich mit einer Tempoverschärfung zu lösen. Der Startschuss fiel fast pünktlich um 17:42 Uhr und ich hatte meine Augen gut hinter meiner RudyProject-Brille versteckt. Das war auch gut so, denn die erste Überraschung folgte, als Eleni Gebrehiwot vom TV Wattenscheid direkt nach 100m nach vorne ging und für Tempo sorgte. Ach, an die hatte ich gar nicht mehr gedacht, da sie länger verletzt war. Ok, dachte ich mir, dann wechsel ich mich mit ihr ab, dann muss ich nicht alles alleine machen und wir kommen weg vom Rest des Feldes! Der Plan ging auch auf! Ab 2500 sah ich oben auf der TV-Leinwand, dass wir Maren Kock abgeschüttelt hatten. Vielleicht war es einfach nicht ihr Tag. Jetzt liefen nur noch Eleni und Lisa Hahner, die ein sehr starkes Rennen lief, hinter mir, also konnte ich ja beruhigt zum Angriff blasen und versuchen eine schnelle Entscheidung herbeizuführen! Aber meine Beine gaben einfach nicht mehr her! Ich fühlte mich nicht wirklich am Anschlag aber ich konnte auch nicht mehr als 76 Sekunden pro Runde anbieten, was ich zwei Wochen vorher noch über die 10000m gelaufen bin. So kam ich natürlich nicht weg! Auch 1000m vor Schluss fehlte mir noch der Antrieb, jetzt schon wegzustiefeln, da ich merkte Eleni ist noch frisch. Also, musste das kommen, was ich unbedingt  vermeiden wollte! Ein Schlussspurt! 200m war Schluss, Eleni spurtete los und überraschte mich mit einer enormen Tempoverschärfung, wo ich eine Sekunde gedacht habe, „jetzt ist das Rennen gelaufen, du kannst nicht mehr“! Aber auch nur eine Sekunde, denn in der anderen Sekunde fiel mir ein, dass Lisa mir vor dem Rennen noch liebe Grüße von Sören Kah bestellt hatte, der gemeint hat, ich würde das Rennen gewinnen! Tja, also schaltete ich doch noch einmal ganz schnell den Hebel in meinem Kopf um und versuchte an Eleni dranzubleiben um dann auf den letzten 100m noch mal alles zu geben! Ich schaffte es dann an ihr vorbeizukommen, aber sie konterte, „Wahnsinn“, dachte ich, also weiterkämpfen und es sollte dann reichen! Ich hatte es noch mal geschafft und war glücklich als Erste in 15:47 min im Ziel!

Mal wieder bewahrheitet sich der Spruch, dass die meisten Rennen mit dem „Kopf“ und nicht „nur“ mit den Beinen entschieden werden.

Nach einer fast schlaflosen Nacht, stehen jetzt zwei Regenerationstage an und dann folgt noch mal ein kurzer Trainingsblock! Schlag auf Schlag geht es dann jetzt Richtung Olympia mit einem wunderbaren Zwischenstopp am 01.Juli in Helsinki, wo ich bei den Europameisterschaften über 10000m an der Startlinie stehen werde. Diesmal aber mit frischen Beinen und ganz viel Köpfchen!

 

Bis nächste Woche

 

Eure Mocki

 Und hier noch einige Links zum Rennen:

 www. leichtathletik.de

www.leichtatheltik.de

www.zdf.de

 

Olympia , ich komme!

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Wahnsinn ich habe es geschafft! Gehofft habe ich, aber irgendwie

nicht wirklich dran geglaubt! Da war ich bestimmt nicht die Einzige, die so gedacht hat! Was war das für ein Start ins Jahr! Ermüdungsbruch im Fuß und vorher auch keine Form, die mich über die Zeit gerettet hätte.

Zum ersten Mal in diesem Jahr, fehlten mir die Worte, deshalb habe ich auch so lange gebraucht meine News zu aktualisieren. Wie oft habe ich versucht diese Zeilen zu verfassen, aber immer habe ich wieder alles verworfen, so viel würde ich gerne sagen, so viel ist mir durch den Kopf gegangen.

Das ganze letzte Jahr ist mir durch den Kopf gegangen, wo mir nicht ein Wettkampf wirklich Spaß gemacht hat! Alles war nur Krampf und Kampf und kurz vor Weihnachten saß ich bei der Leistungsdiagnostik in Leipzig  beim Arzt und war nur noch am Weinen. Noch gar nicht richtig in die Saison gestartet und einfach nur fix und fertig, nicht nur physisch, sondern auch psychisch.  Die Verletzung war nur die Folge von allem und die Auszeit, die mein Körper unbedingt brauchte.  Aber wie konnte es soweit kommen? Man sucht nach Gründen, nach Schuldigen, aber ich alleine war der Schuldige. Ich wollte zu viel, wollte meinem Körper so viel abverlangen, was er hergab, trainierte noch viel zu viel vor den Wettkämpfen, trainierte mehr als was auf dem Trainingsplan stand und lief auch noch eine Einheit, obwohl mein Körper viel lieber Ruhe gehabt hätte. Jeden Tag war ich nur müde und wurde immer gereizter meinem eigenen Umfeld entgegen. Nach außen konnte ich gut eine Fassade aufrechterhalten und so tun als ob. Jedes Wettkampfergebnis redete ich mir noch schön, obwohl ich total unzufrieden war. Beim Frankfurt Marathon war es dann so weit. Die letzten 7 Km konnte mein Körper nicht mehr und es ging auch nicht mehr ihn zu überlisten. Fix und alle im Ziel und einfach nur glücklich auf dem Boden zu liegen und keinen mehr hören und sehen. Aber als wenn das  nicht schon genug gewesen wäre, setzte ich noch einen drauf und qualifizierte mich einen Tag nach meinem Urlaub für die Cross-EM. Die Mannschafts-Medaille war zwar dann eine schöne Belohnung, aber mein eigener Lauf, wie konnte es auch anders sein, war wieder ein Kampf. Mein Körper war einfach noch nicht von den Strapazen erholt… So war Anfang des Jahres die Verletzung wie ein Segen für mich. Natürlich einfach kein Segen 6 Monate vor Olympia, aber für meinen Körper und Geist ein Segen. Durch die Hilfe vom Reha-Zentrum in Herxheim konnte ich meine Form durch Alternativ-Training  sehr gut erhalten und durch gezieltes Krafttraining neue Impulse für meinen Körper setzen. Viel wichtiger war aber die Zusammenarbeit mit einer Psychologin vor Ort, die eigentlich nicht viel mit Sport zu tun hatte. Aber genau diese Neutralität brauchte ich jetzt und wir fanden einen Weg, der mir helfen konnte. Neben meinem gewohnten Umfeld, wo meine Familie, mein Freund und mein langjähriger Trainer Heinz Weber zu gehört, brauchte ich eine neutrale Person, an die ich nicht emotional gebunden bin. Carsten Eich! Ja, das war und ist die Lösung. Selbst war Carsten Eich ein super erfolgreicher Läufer über die 10000m und im Marathon. Ich kannte ihn durch meinen Manager Oliver Mintzlaff, aber es bestand immer eine gewisse respektvolle Distanz zwischen uns.  Ich sprach Carsten an, der sich zuerst sträubte, da es nicht einfach ist, mit einer gereiften Athletin wie mir zusammen zu arbeiten. Letztendlich konnte ich ihn aber doch dazu bringen und wir entwickelten ein Kompetenz-Team, was mir ermöglicht mein wichtiges Umfeld zu behalten. Carsten ist seitdem für die Trainings-und Wettkampfsteuerung, in Zusammenarbeit mit Olaf Ernst vom IAT in Leipzig,  zuständig und gab mir natürlich neue Trainingsimpulse mit auf den Weg. Da er als Athlet selber sehr oft  in Höhentrainingslagern war, ging auch ich dieses Jahr den Weg und bin jetzt schon zweimal in der Höhe gewesen und drei Wochen vor den Olympischen Spielen werde ich mich wieder speziell in der Höhe von Sankt Moritz auf meinen Wettkampf dort vorbereiten.  Ich trainiere auch nicht mehr, als was auf dem Plan steht und es tut mir sichtlich gut. Da die Qualität sehr im Vordergrund steht, gibt es auch öfter mal freie Nachmittage, die ich genieße und die mir sehr gut tun.

Bei den Deutschen Meisterschaften Anfang Mai hatte ich mit diesem Weg schon binnen 2 Monaten geschafft, wieder zu gewinnen, Spaß zu haben und eine Zeit von 32:24 min abzuliefern. Vor dem Rennen wurde Carsten schon angesprochen, was macht ihr, wenn es nicht klappt mit der Norm. Er erwiderte nur, es wird klappen. Und schon während dieses Rennens merkte ich, wie es in der Kurve, wo meine Kritiker standen, immer ruhiger wurde! Ein wunderbares Gefühl  sage ich euch! Mit diesem neuen Laufgefühl trainierte ich dann in Sankt Moritz. Endlich hatte ich wieder Spaß am Laufen, am Training und ich merkte, der Körper hat auch wieder Lust und Kraft sich zu quälen.

Mit diesem Willen, es allen zu zeigen, reiste ich auch nach Bilbao! Zum Glück kühlte es nach einem heißen Freitag von 35 Grad ab und wir konnten Sonntagabend bei halbwegs optimalen Temperaturen von 22 Grad das Rennen starten.  Wir hatten zum Glück zwei Tempo-Macherinnen im Feld, die für eine Pace von 31:40min sorgen sollten. Das heißt jede Runde in 76 Sekunden zu absolvieren. Die ersten Kilometer absolvierten wir auch voll im Plan. Ab Kilometer 3 wurde es vorne langsamer, da die Tempomacherin einen Schuh  verloren hatte. Ich wurde dann tierisch nervös und drückte von der Seite immer aufs Tempo! Ich wollte es heute unbedingt! Wieder  ging die Tempomacherin an mir vorbei und versuchte das Tempo hochzuhalten. So  ging es fast bis Kilometer 7, als beide Tempomacherinnen raus waren.  Mich interessierte überhaupt nicht, wer noch hinter mir war,  Hauptsache die Rundenzeiten stimmten. Wir hatten immer noch ein Plus von 5 Sekunden. Das ist natürlich nicht viel, wenn man hinten raus nichts mehr drauf hat. Auch ich hatte durch mein unrhythmisches Laufen ganz schön viele Körner verbraucht und konnte nichts entgegen setzen als die spätere Siegerin Sara Moreira und Jo Pavey an mir vorbei gingen. Jetzt hieß es nur noch Augen zu und durch und das Tempo hochhalten.  Eingangs der letzten Runde sah ich, dass ich noch 80 Sekunden Zeit hatte! Juchhuuh, die letzte Runde geht immer und es war mir egal, als mich 100 m vor Schluss auch noch die Französin Christelle Daunay überholte. Ich hatte die Norm und das bedeutete mir in dem Moment alles.  So hielt mich abends beim Abendessen  auch nichts auf den Stühlen und ich drehte unerlaubterweise die Musikanlage auf und tanzte mir allen Druck von der Seele, wobei folgendes Mockidance-Video entstand.

Nach einer kurzen Verschnaufpause auf meiner Lieblings-Laufinsel Sylt geht es Dienstag weiter zur Leistungsdiagnostik nach Leipzig.  Gerade jetzt ist es interessant zu wissen, wo stehe ich und in welchen Bereichen  jetzt weiter gearbeitet werden muss. Am Samstag steht dann die DM in Wattenscheid an, wo ich über die 5000m starten werde. Diesmal wird es sehr spannend, da mit Maren Kock eine junge Athletin am Start ist, die mittlerweile eine  ernstzunehmende Gegnerin geworden ist und ich freue mich sehr auf das Duell.  Dann steht nochmals ein wichtiger Trainingsblock an, um meine Form bis zur EM am 1.Juli zu verbessern. Und wenn alles gut klappt, will ich dann am 03.August bei den Olympischen Spielen in Topform am Start stehen. Das Wichtigste ist jedoch, dass der Spaß am Kampf wieder da ist und es kein Krampf ist.

In diesem Sinne, bis nächste Woche!

Eure Mocki

Sankt Moritz Teil 2

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Die zweite und härteste Trainingswoche in Sankt Moritz ist geschafft! Und alles hat so geklappt, wie ich es mir gewünscht habe! Bis Freitag war ja, wie gesagt, mein Bruder Markus noch da und hat mich unterstützt, wo es nur ging! Ohne ihn wären die Tempoeinheiten noch härter geworden, da der Wind hier oben oft an den Kräften und Rundenzeiten zerrt.

Es standen drei volle Belastungstage auf dem Programm, die ich jeweils morgens um 7:30 Uhr mit einem Auftakt von 4Km begann. Dann wurde gefrühstückt und gegen 10:15 Uhr hieß es Einlaufen…

Montag stand der zweite TDL des Trainingslagers  an, aber diesmal nicht 10 Km, sondern 12 Km! Interessant wie viel schwieriger eine Einheit im Kopf wird, nur weil es fünf Runden mehr sind. Ich teilte aber den TDL in 1000m-Abschnitte ein und so ging es schon viel einfacher und wenn man dann mal bei 10Km ist, laufen die letzten 2Km wie von alleine und die letzte Runde ja sowieso! Markus machte ein 5x2Km-Programm raus, so musste ich nur 2Km alleine gegen den Wind ankämpfen.

Nachmittags ging ich dann meist alleine noch 10Km laufen, um die Einheit schon wieder vernünftig nachzubereiten. Physiotherapie hatte ich ja zum Glück jeden Tag! Sehr angenehm und so konnte ich den nächsten Tag schon viel lockerer wieder loslegen.

Mittwoch Nachmitttag hieß es dann 10x200m in 34 Sekunden zu absolvieren! Wir suchten uns die Seite aus, wo wir am meisten Rückenwind hatten und so waren wir mit 32-33 Sekunden auch schneller als geplant. Die Pausen waren mit 62 Sekunden auch nicht wirklich lang, so dass auch dies eine kurze harte Einheit wurde. 

Sehr anstrengend wurde dann das 20x400m Programm am Donnerstag, da man sich ja hier keine bessere Seite aussuchen konnte!  Die ersten 200m kämpfte man ganz schön gegen den Wind und komischerweise waren das auch immer die schnellsten 200m der 400m-Runde, obwohl auf der zweiten Hälfte der Rückenwind war. Auch 20x400m sind für den Kopf eine ganz schöne Herausforderung, so  begannen wir die ersten 5 Läufe erst mal über der Vorgabe von 72-74 Sekunden. Ab dem fünften waren wir dann genau im Plan und absolvierten alle Läufe um die 73 Sekunden. Da die Pause von 400m Traben unter 2min nicht gerade lang war, schickte ich Markus dreimal in die verlängerte Pause und merkte dann erst mal wie stark der Wind wirklich war.  

Freitag hieß es dann leider Abschied von Markus und Julia nehmen, was ich nicht wirklich gut kann, da ich mich immer schnell an gewisse Lebenssituationen gewöhne! Aber ich wusste ja, dass drei Stunden später mein Freund Georg übers Wochenende  kommen würde und so fiel mir der Abschied auch leichter.  Für eine Überraschung sorgte auch noch Johannes Eisinger, der Chef von dem Reha-Zentrum aus Herxheim, der auf einmal mit seiner Freundin  vor meiner Tür stand! Er unterstützte mich dann auch am Wochenende als Fahrradbegleitung und bei meinem letzten Bahnprogramm am Sonntag, was ich zum ersten Mal alleine durchziehen musste.  Wie ein Uhrwerk spulte ich meine 30 Runden ab und war in 41:14min genau 30 Sekunden schneller als noch am Montag!

Mit 181 Km mehr in den Beinen konnte ich die Woche beenden und starte nun in die Entlastungswoche, damit ich Sonntag auch fit und ausgeruht in Bilbao am Start stehe!

Jetzt beginnt eigentlich der wichtigste Teil vor einem Wettkampf, Ruhe bewahren, auf sich vertrauen und das Trainierte umsetzen und am Sonntag kämpfen bis zum Umfallen! Gerade begleitet mich zum Glück das Gefühl, dass ich das Optimum aus den letzten drei Trainingswochen rausgeholt habe und so werde ich mir am Mittwoch bei meinem Abschluss-Programm auch nicht die Kante geben. Oft kommt ja der Wettkampf näher und näher und es beschleicht einen das Gefühl, man hätte nicht genug gemacht und trainiert noch viel zu viel und zu hart und geht dann müde an den Start! Das wird mir am Wochenende auf keinen Fall passieren!

So genug gequatscht… ich habe es jetzt in der Hand und hoffe, dass ihr mir die Daumen drückt!

Eure Mocki

Sankt Moritz Teil 1

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Seit fast 10 Tagen befinde ich mich nun im Trainingslager in Sankt Moritz und

werde bis zwei Tage vor meinem nächsten Wettkampf, dem 10000m-Europacup in Bilbao,  hier bleiben. 

Für Sankt Moritz ist es eigentlich noch nicht die richtige Zeit, aber da wir unbedingt testen wollen, wie ich am zweiten Tag nach der Höhe einen Wettkampf bestreiten kann, mussten wir diesen frühen Zeitpunkt wählen. Falls nämlich alles nach Plan läuft, möchte ich auch die unmittelbare Wettkampfvorbereitung  vor den Olympischen Spielen hier absolvieren und dann zwei Tage vor meinem Wettkampf erst in London anreisen! Das ich am ersten Tag nach der Höhe zu Höchstleistungen im Stande bin, habe ich schon mehrmals erprobt und getestet, aber der zweite Tag ist mir noch neu! Meine Reise nach Bilbao wird auch einen ganzen Tag in Anspruch nehmen und da ist es von Vorteil, wenn man zwischen dem Wettkampf und der Reise wenigstens noch einen Tag zum Akklimatisieren hat.

Man merkt, dass hier die Wintersaison gerade erst zu Ende gegangen ist, viele Geschäfte habe bis Ende  Mai zu und auch nur wenige Bergbahnen haben geöffnet.  Aber gerade diese Ruhe genieße ich zurzeit und da ich ja wusste, dass  hier  wenige Athleten vor Ort sind, habe ich meinen Bruder Markus als Trainingspartner mitgenommen. Zusätzlich haben wir noch eine Physiotherapeutin mit, die mein Bruder von der Betreuung der Radfahrer bei der Tour- Trans Alp kennt. Julia kennt sich sehr gut mit Sportlern aus und betreut uns sehr gut in dieser wichtigen Trainingsphase.

Auf die DM in Marburg folgten ein paar ruhige Tage und dann ging es Freitag auch schon ab nach Sankt Moritz! Die ersten zwei Tage dienten zur Anpassung und dann ging es letzten Montag eigentlich schon relativ schnell los. Auf ein 10x200m-Programm folgte am Dienstagmorgen der erste TDL von 10Km! Ich war überrascht, wie gut das schon ging! So gut und schnell angepasst an die Höhe war ich noch nie, was bestimmt auch mit meinem Kenia-Trainingslager auf 2400m Höhe  von vor knapp 5 Wochen zu tun hat.

Mittwoch stand nur eine Einheit von 20 Km auf dem Programm, was auch gut war, da sich an diesem Tag nochmal der Winter zurückgemeldet hatte. Da wir aber dann schon richtigen Winter haben wollten, machten wir nachmittags einen Ausflug auf den Diavolezza, der 2978m hoch ist und tranken dort einen leckeren Cappuccino! Hier ist auch das Bild von uns drei entstanden!

Donnerstag war dann schon wieder Schluss mit lustig und das nächste 10x200m- Programm stand nachmittags an. Wieder als Vorbereitung auf den Freitag, an dem wir 8x1000m im Wettkampftempo absolvieren sollten. Das war schon hart, da uns der Wind einen gehörigen Strich durch die Rechnung machte und wir nie ins richtige Tempo fanden. Anfangs begannen wir zu schnell, was sich bei solch einem Programm hinten raus rächt. Unsere 400m-Trabpausen in knapp über 2min dienten auch nicht wirklich der Erholung. Wir haben es aber geschafft und Samstag ging es dann bei sonnigen Wetter das Val Roseg -Tal hoch und runter.  Einen guten Trainingsreiz kann man dort setzen, da man bis auf über 1900m läuft und dann einen herrlichen Ausblick aufs Bergpanorama genießen kann.  Julia begleitet uns meist auf dem Fahrrad und macht schöne Bilder, was diesmal leider mit einem Fahrrad-Crash endete. Zum Glück hat sie sich außer ein paar leichten Schürfwunden nicht mehr getan. Das hätte auch schlimmer ausgehen können.

Markus, der diese Woche auch seinen Trainingskilometer-Wochenrekord von 117 Km erreicht hat, wollte dann nachmittags mal alleine laufen, da er meinte, mit mir wäre immer Wettkampf. Ok, dann lief ich schon einmal alleine los! Nach einem kurzen Boxenstopp sah ich dann Markus an mir vorbei laufen. Er hatte mich nicht gesehen. Ich änderte kurzerhand mein Vorhaben nur um den Silvaplana-See zu laufen und folgte ihm unauffällig  den Berg hinauf. Von wegen langsam, ich kam nicht hinter ihm her und konnte dann erst durch Rufen auf mich aufmerksam machen. So schnell wollte ich gar nicht, da heute kein langer langsamer Dauerlauf auf dem Programm stand, sondern schon wieder 12 Km unter in 3:52min/km. Generell steht in diesem Trainingslager nicht die Quantität, sondern die Qualität im Vordergrund und das Variieren mit den verschiedensten Geschwindigkeiten, was mir sehr gut tut und nochmal einen ganz anderen Trainingsreiz bringt. So habe ich die Woche mit „nur“ 161 Km beendet. Kein Dauerlauf war bisher über 4:30min/km und hinten raus geht es immer klar unter 4min. Die nächste Woche wird mit 2 TDL´s von 12 Km, einem 20x400m-Programm und einem 10x200m-Programm wieder ganz schön knackig und ich bin froh bis Freitag auf die Unterstützung von Julia und Markus zu bauen. Die zwei verlassen mich dann wieder, da sie ja neben dem Sport auch noch zur arbeitenden Gesellschaft gehören. Über Pfingsten freue ich mich dann über den Besuch meines Freundes  Georg und dann heißt es die letzte Woche eh, ruhig bleiben und die Form kommen lassen und in Bilbao meinen ersten Angriff auf die Olympia-Norm von 31:45 min starten.

Bis bald

Eure Mocki

Eine Ladung Selbstvertrauen!

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Gestern war für mich ein ganz besonderer Tag in diesem Olympia-Jahr,

da ich so mit allem nicht gerechnet habe. Deshalb steht auch nicht in der Überschrift, dass ich gestern in Marburg meinen 33. Deutschen Meistertitel und somit den insgesamt achten über 10000m gewonnen habe. Die Zeit von 32:24 min, die ich benötigte, um mir den Titel vor Simret Restle-Apel zu ergattern war zwar schon wichtig, aber auch nicht so entscheidend, dass ich deshalb eine schlaflose Nacht hinter mir habe. Entscheidend für mich war ganz klar, wie ich gelaufen bin, da ich von Anfang an ein super Lauf-Gefühl in den Beinen hatte und nach der ersten Runde wusste, das Ding wirst Du heute gewinnen. Du kannst wieder was! Aber der Reihe nach…

Das man nach so einer Verletzungsphase nicht vor Selbstbewusstsein strotzt, ist verständlich! Letzte Woche der Einstieg über 5000m hat mir zwar schon ein wenig gezeigt, dass ich große Fortschritte gemacht habe, aber im Hinblick auf die Olympia-Norm zeigte dies nur, dass mein Weg noch sehr weit wird. Nun, das Rennen war letzte Woche nicht ideal und aus einer harten Trainingswoche, aber trotz allem war das kein „Knaller“, der mich unbedingt gestern in die Favoriten-Rolle gerückt hätte. Ich wusste, dass Simret Restle-Apel meine ärgste Gegnerin sein würde. Vorher hatte sie schon zum Angriff auf den Titel und die EM-Norm von 32:50 min geblasen und das auch nicht zu unrecht, da sie sich im letzten halben Jahr sehr gut entwickelt hat. Somit stand bis kurz vor dem Rennen meine Taktik fest, so lange wie möglich hinterher laufen und dann versuchen zum Schluss den Titel zu holen. Von vorne kann man ein Rennen nämlich nur gewinnen, wenn man total überlegen ist. Der Startschuss fiel und los ging es. Überraschend hatte ich auf Bahn 1 einen guten Start erwischt und befand mich direkt an der Spitze des Feldes. Ja gut, dachte ich, kannst ja mal ein bisschen was machen und dann versteckst Du Dich wieder, da es auch ein wenig windig auf der Gegengeraden war. 77 Sekunden benötigte ich für die erste Runde und war überrascht, wie leicht das ging, also blieb ich erst mal vorne, bis mein Trainer Carsten Eich rief, dass ich jetzt auch Simret mal was machen lassen sollte. Es dauerte auch nicht lange, da waren wir ein einsames Duo an der Spitze. Nach gut zwei Runden machte ich dann innen auf und lies Simret vor. Meist wurden die Runden aber etwas langsamer, wenn sie vorne war, dann ging ich wieder vor und so wechselten wir uns eigentlich fast ständig ab. Ab 6000m versuchte ich dann schon von vorne auch mal weg zu kommen um mich zu lösen, aber es gelang mir noch nicht und Simret überraschte mich nochmals mit einem kleinen Zwischenspurt. Ok, dachte ich, wenn das so ist, dann wieder Taktik Hinterherlaufen und Abwarten. Aber dafür fühlte ich mich einfach zu gut, also probierte ich es nach 7500m nochmals und jetzt konnte ich mich durch eine schnelle Runde von 75 Sekunden endlich entscheidend lösen und sicher zum Titel und noch einer guten Zeit laufen. Simret lief als Zweite zweifelsohne auch ein starkes Rennen und konnte in neuer Bestzeit von 32:41 min das EM-Ticket lösen.

Lange habe  ich nicht mehr so ein Rennen gehabt, wo man sich so gut fühlt, agieren kann, aber auch reagieren und es einfach mal rollen lassen kann. Einfach toll! Dieses Gefühl und das neu gewonnene Selbstvertrauen nehme ich jetzt mit nach Sankt Moritz, wo es ab Freitag mit meinem Bruder Markus für drei Wochen ins Höhentrainingslager geht. Am 03. Juni werde ich dann voraussichtlich beim Europa-Cup über 10000m in Bilbao an den Start gehen. Dann werden wir sehen, ob ich dort schon den entscheidenden Schritt Richtung Olympia-Norm machen kann oder ob sie erst bei der EM in Helsinki fallen wird.

Auf jeden Fall bleibt es spannend.

 

Eure Mocki 

Jeder Neuanfang ist schwer…

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Nächste Woche starte ich endlich in die Olympia-Saison und zwar bei den Deutschen Meisterschaften

über 10000m in Marburg am 05.05.12, um 20 Uhr! 10 Wochen Training habe ich dafür erst in den Beinen und es ging in großen Schritten voran und auch meine Werte bei der Leistungsdiagnostik in Leipzig am letzten Montag zeigen, dass ich auf dem richtigen Weg bin! Aber ich muss auch zugeben, dass dieser Weg noch lang und sehr steinig sein wird.

Um wenigstens mal ein wenig Wettkampf-Luft zu schnuppern ging es für meine Familie und mich zu den Westdeutschen Meisterschaften nach Lüdenscheid. Die Bedingungen waren leider nicht ideal, nach 12 Grad am Freitag plötzlich 26 Grad, Wind auf der Gegengerade und ich alleine gegen die Uhr! Aber ich wollte es diesmal auch so, da ich dem Rennen nicht zu große Aufmerksamkeit schenken wollte! Dafür war die Woche einfach noch zu hart. Mittwoch hatte ich einen sehr trainingsintensiven Tag, indem ich morgens 10 Km in 39 min abspulte und abends mit meinem Bruder 15x 300 m im Schnitt von 53 Sekunden mit 300m Trabpausen im Schnitt 1:39 min absolvierte und das zwei Tage nach einem sehr intensiven Diagnostik-Tag in Leipzig. Aber wie geht man in so ein Bahnrennen, wo das letzte schon über ein halbes Jahr zurück liegt? Ich setzte mir zum Ziel 15:50 min zu schaffen, wenngleich ich gut eine Woche vorher 10 x 1000m in „nur“ einem Schnitt von 3:12min/km abgespult hatte. Der Startschuss ging um 14:25 Uhr los und bei 3000m lag ich mit 9:32 min noch halbwegs im Soll. Ich fühlte mich auch gar nicht mal schlecht, aber es fühlte sich mehr wie ein Training an, als wie ein richtiger Wettkampf, so nahm ich irgendwie raus, da ich mir auch alle zwei Runden einen Becher zu Trinken schnappte und konzentrierte mich dann nur noch auf die letzte Runde, damit ja noch unter 16 min blieb, was ich mit einer Punktlandung von 15:59,3 Minuten auch schaffte. Wenn man die Zeit aus meiner Geschichte betrachtet ist sie schon wieder super, wenn man sie aber nur als nackte Zahl betrachtet, könnte man sagen, wie will die, die Norm von 31:45 min für die Olympischen Spiele schaffen. Aber wenn die letzten  Schritte, die ich gemacht habe, so weitergehen, bin ich mir zu 100% sicher dies rechtzeitig, bis spätestens bei der EM in Helsinki am 01.07. zu schaffen und dann auch bei Olympia einen draufzusetzen. Das Wichtigste was ich jetzt haben muss ist Geduld und Vertrauen in mich und mein Kämpferherz. Meine Marschroute für nächste Woche ist ganz klar eine Zeit unter 32:50 min, was zugleich die EM-Norm wäre, und meinen Titel zu verteidigen. Dies wird in diesem Jahr kein leichtes Unterfangen, da mit Simret Restle eine sehr starke Gegnerin am Start ist, die alles daran setzten wird, mich zu schlagen. Das Gute daran ist, dann wird es spannend und ich werde viel mehr gefordert als gestern. J

Gefordert wurde auch gestern mein Bruder Markus, der bei diesen Bedingungen 10000m in starken 33:19 min lief und meine Mutter Hildegard, die für die 5000m genau 22 min benötigte.

 

Wünsche Euch allen einen guten Start in den Mai und drückt mir für nächste Woche die Daumen!

 

Eure Mocki

Erst müde und dann hellwach…!

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Kenia ist jetzt fast zwei Wochen Geschichte und seither ist extrem viel passiert,

dass ich es einfach nicht geschafft habe, meine News zu aktualisieren. Dank Facebook kann ich Euch ja trotzdem immer ein wenig auf dem Laufenden halten!

Die ersten 10 Tage befindet man sich ja angeblich im sogenannten Höhenloch, was natürlich auch von Mensch zu Mensch unterschiedlich ist. Bei mir hat es diesmal ausnahmsweise  so gepasst! Zum ersten Mal habe ich auch keine Belastung direkt nach der Rückreise gemacht, da diese von Kenia echt strapaziös ist. Diesmal war mir aber über das Osterwochenende einfach nur zum Schlafen zumute. Die Zeit habe ich mit meiner Familie verbracht und es war ein wunderschönes Osterfest. In der Rückreisewoche kamen somit auch „nur“ 103 Gesamtkilometer zusammen, welche auch alle nur im ruhigen Bereich waren. Los ging es dann erst wieder Ostermontag mit zwei Einheiten am Tag!

Was für mich jetzt zusätzlich hinzukommt sind einige Termine, die ich für meine Sponsoren zu erledigen habe. Während meiner Verletzung haben alle auf mich Rücksicht genommen und mir die Zeit gegeben, um wieder schnell gesund zu werden, wofür ich mich an dieser Stelle auch besonders bedanken möchte. Dann musste ich ja schnell sehen, dass ich es noch mit nach Kenia schaffe und dann war ich ja erstmal weg! Aber mein Management passt schon auf, dass es nicht zu viel wird und es auch in den Trainingsplan passt. Und in der letzten Woche habe ich alles voller Energie und Spaß auch unter einen Hut bekommen. Wichtig ist halt, dass die nötige Regeneration nicht zu kurz kommt.

Donnerstag hatte ich bei mir zuhause ein Foto-Shooting für Technogym, von denen ich ganz tolle Trainingsgeräte, vorerst auf Leihbasis, zur Verfügung gestellt bekomme. Ein super Laufband, ein Spinning-Rad und ein Allround-Trainingsgerät, genannt „Kinesis“. An diesem Tag standen aber zwei Einheiten auf dem Programm. Also hieß es für mich 7 Uhr Auftakt 8 km DL und dann ab 10 – 15 Uhr lächeln für die Kamera. Abends ging es dann noch auf die Bahn in Wilnsdorf, wo ich mein erstes Programm zum Reinkommen absolvieren musste! 15 x 300 m in durchschnittlich 54 Sekunden und 300m Traben im Schnitt von 1:40 min! Am Anfang merkte ich schon den Tag, aber hinten raus ging es dann immer besser. Freitag hieß es dann ab 9 Uhr – 17:30 Uhr Foto-Shooting in Bonn für meinen Ausrüster „Puma“! An diesem Tag musste ich nur 10 Km laufen und das tat ich dann abends um 18:30 Uhr und um 21 Uhr war ich dann endlich wieder zuhause auf der Couch.

Samstag, Tag 10 nach der Höhe, war dann schon ein wichtiger Tag für mich, da es hieß 10 km in 34:30 – 34:45 min zu absolvieren. Zum Glück hatte ich meinen Bruder Markus dabei, der mir einige Kilometer Tempo gemacht hat. Das Vorhaben glückte mir auch in 34:26 min und fühlte sich schon so an, dass ich auch gut hätte weiterlaufen können. Wenn man bedenkt, dass ich vor 5 Wochen gerade mal  8 x 1000m in einem Schnitt von 3:31 min/km und zwei Minuten Trabpause laufen konnte,  ist dies schon ein gewaltiger Schritt und zeigt mir auch, dass sich das Höhentrainingslager diesmal voll gelohnt hat und ich dort genau richtig gearbeitet habe. Sonntag standen dann noch 20 Km an der Obernau-Talsperre an, die ich auch

schon wieder sehr zügig absolvieren konnte und somit kam ich auf einen Wochenumfang von 146 Km.

Natürlich verfolge ich alle Wettkämpfe, die in der letzten Zeit gewesen sind und so langsam kribbelt es auch wieder in meinen Beinen und ich freue mich wahnsinnig, dass es bald los geht! Diese Woche heißt es weiter so gut in Fahrt kommen und dann steht Montag, den 23.04 wieder eine Leistungsdiagnostik in Leipzig auf dem Programm. Danach werden wir auch entscheiden, wie ich mein erstes wichtiges Rennen, die 10000m-DM am 05.05 in Marburg gestalten werde. Um wenigstens ein wenig Wettkampf-Gefühl zu bekommen, werde ich vorher  am 28.04 bei den Westdeutschen Meisterschaften in Lüdenscheid 5000m laufen.

Ich freue mich drauf!

Eure Mocki

Die letzte Woche in Kenia!

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So,  auch die letzte und härteste Woche in Kenia ist überstanden und am Dienstag

geht es wieder ab in den Flieger nachhause! 161 Km habe ich die letzte Woche aufgeteilt in 13 Einheiten abgespult und somit kann ich den Monat März mit 583 km abschließen. Das ist auch mein erster Monat in diesem Jahr. Ich hoffe, dass es so weiter geht, dann mache ich mir um meine Olympia-Qualifikation keine Sorgen. Auch in der letzten Woche konnte ich bei den Dauerläufen deutlich an Geschwindigkeit zulegen, trotz drei  harter Trainingseinheiten, die zu bewältigen waren. Den Anfang machte am Dienstag ein 16x200m – Programm mit 200m Trabpausen von max. 75 Sek, ich begann mit 37 Sekunden und endete mit knapp unter 33 Sekunden und einem Schnitt von 35 Sekunden.  Voller Übermut lief ich dann nachmittags die 10 Km in einem Schnitt von 4:17 min/km mit einem letzten Kilometer von 3:25 min den Berg runter zum Camp, denn ich sonst noch nie schneller als 5 min hoch geschafft habe. Das sollte sich natürlich rächen und so war ich Mittwoch doch sehr müde und lief für mich alleine, damit ich nicht wieder dazu verleitet wurde, schneller als mein eigenes Tagestempo zu laufen. Das gelang mir auch gut und bis Donnerstag  hatte ich mich halbwegs wieder erholt. Hier standen 15x400m mit 2min Trabpause auf dem Programm. Mit einem Schnitt von 76 Sekunden kann ich zum jetzigen Zeitpunkt ganz zufrieden sein. Freitag war dann ein lockerer Tag mit nur einer Laufeinheit und der berühmten Turnstunde mit den schnellen Kenianern, wo es zwei Stunden ausschließlich um Kräftigung, Fußgymnastik und Dehnen geht.

Samstagmorgen wachte ich dann schon um 5 Uhr auf, da mir mein linkes Auge Schmerzen bereitete, Freitag hatte ich beim DL anscheinend ein Sandkorn oder irgendetwas ins Auge bekommen und es schmerzte höllisch. Unbedingt wollte ich aber den schnellen Dauerlauf machen, da ich mich gut fühlte. Also Linsen rein, Sonnenbrille auf, Augen zu und durch. Das klappte super und ich lief 12 Km in 44:05 min, bei 10 Km hatte ich 36:27 min und wieder um über eine Minute schneller als letzte Woche. Das Programm hätte noch besser sein können, wenn wir nicht auf die Straße gemusst hätten, da im Stadion ein Sportfest stattfand. Wichtig war aber die Belastung und dann muss man halt auch mal flexibel sein. Danach zog ich schnell meine Linsen wieder aus und es wurde immer schlimmer mit meinem Auge. Nachmittags stand zum Glück nur eine Massage bei Simeon an und abends verschwand ich ganz schnell im Bett. Das war auch gut so, da morgens um 6 Uhr die Dopingkontrolle an der Tür klopfte um einige von unserer Gruppe zu kontrollieren. Find ich gut, dass die Nada auch mal eine Reise in solche Länder macht.

Ich war eh wach, da mein Auge jetzt richtig dick war und ich eigentlich entschieden hatte, so läufst Du keine 20 Km, das geht nicht. Aber irgendwie kommt ja dann doch wieder der Wille durch und das schlechte Gewissen und so verbanden wir mein linkes Auge behelfsmäßig. Und es ging, war nur ein wenig komisch und ich musste mich mehr auf die Gruppe verlassen. Seit Mitte der Woche ist ja auch Arne Gabius, der ja bekanntlich Arzt ist, hier und hat mir Augentropfen gegeben. Nun geht es schon viel besser und ich hoffe ich kann die letzten 3 Trainingseinheiten wieder ohne Augenbinde absolvieren.

Hier beginnt nun auch die Regenzeit, auf die viele Bauern schon sehnsüchtig  gewartet haben, und so kann man sich so langsam auch wieder an das Wetter in Deutschland einstellen, was ja überwiegend nicht so freundlich sein soll.

Ich freue mich auch jetzt tierisch auf zuhause, auf meinen Freund, auf meine Familie und, dass ich Ostern mit ihnen zusammen sein kann.

Die nächsten 10 Tage nach der Höhe werden ja vom Training her, relativ entspannt und dann wird sich zeigen, ob es der richtige Weg war, so kurz nach der Verletzung in die Höhe zu fahren.

Mein Gefühl sagt mir aber „Ja“ und das ist ein gutes Zeichen!

In diesem Sinne

Eure Mocki

In großen Schritten...

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ist es in meiner zweiten Woche in Kenia voran gegangen! So hatte...

ich es mir erhofft und es zeigt einem, dass der eigene Körper und das eigene Gefühl immer die besten Antworten auf alles gibt!

In der letzten Woche standen zwei wichtige Einheiten auf dem Programm! Am Mittwoch habe ich 15 x 300 m mit 300 m Trabpause absolviert. Die Trabpausen waren immer zwischen 1:40 und 1:50 min. Eigentlich war die Vorgabe die 300er im Schnitt von 62-65 Sekunden zu absolvieren und die Pausen in 1:30 min. Da ich aber “leider” mit 57 Sekunden angefangen hatte und dabei ein sehr gutes Gefühl hatte, beließ ich es bei der schnelleren Variante und verlängerte die Pausen minimal, damit das Programm nicht zu hart wurde! Im Schnitt war ich ungefähr bei 55 Sekunden! Das liegt dann schon unter meiner Renngeschwindigkeit, die ich über die 10000 m brauche, um die Norm von 31:45 min unterbieten zu können. Nach meiner Verletzung muss man sich halt erst mal wieder ganz langsam an die Renngeschwindigkeiten ran tasten und dafür war das schon ein sehr gutes Programm! Zumal ich hier oben keine Spikes anziehe und die Aschenbahn doch leichte Unebenheiten aufweist. Meine Polar-Uhr zeigte nach der Einheit einen Höhenunterschied von 5 m an! Aber ich bin froh, dass es eine Aschenbahn hier hat und keine Tartan-Bahn, die würde nämlich noch mehr die Sonne anziehen. Erschwert werden natürlich die Einheiten durch den starken Wind, der aber wiederum gut zur Abkühlung dient. Freitag stand dann wieder mein schnellere Dauerlauf von 10 Km auf dem Programm, den ich bei dem gleichen Durchschnittspuls über eine Minute schneller als letzte Woche absolvierte und zwar in 37:53 min!

Um auf die Worte vom Anfang zurückzukommen, gibt mir der lange Lauf von 20 Km sehr recht in meinem Gefühl. Letzte Woche hatte ich mich noch gebremst und bin 18 Km in 4:23 min/km gelaufen und war damit weit abgeschlagen hinter der ganzen Trainingsgruppe. Gestern sah das Ganze schon anders aus und ich konnte 20 Km vorne mitmischen und absolvierte die Strecke in einem Schnitt von 4:04 min/km.

Hier oben ist es sehr wichtig dass man auf alle Signale seines Körpers reagiert und sich denen anpasst. Jeden Morgen messe ich meinen Ruhepuls und achte darauf, dass ich ein gutes Schlafverhalten habe! Donnerstagabend konnte ich zum Beispiel nicht sehr gut einschlafen, also ließ ich den Auftakt mal sausen. Dinge die ich letztes Jahr nicht gemacht hätte, wo ich mir immer gesagt habe “ Augen zu und durch”! Ab und zu muss man aber auch mal Mut zur Lücke haben, damit die wichtigen Einheiten auch kommen. Die Stimmung in der Trainingsgruppe ist super und ich bin froh, dass ich dabei sein kann. Bisher ist auch neben den Einheiten nie Langeweile aufgekommen und ich schaffe es wahrscheinlich nicht, eines meiner mitgenommenen Bücher zu lesen. Neben den Laufeinheiten bin ich fast jeden Tag bei der Physio! In unserem Camp der Physio heißt Simeon und er macht einen echt guten Job! Jeden Abend ist er bis spät für uns da und arbeitet, damit er bald die Kühe bezahlen kann, die er benötigt um seine Frau zu heiraten. In einem anderen Camp ist noch ein holländischer Physio, der die meisten Weltklasse-Kenianer behandelt! So lag ich letzten Montag neben Mary Keitany, der schnellsten Marathon-Läuferin des letzten Jahres, auf der Massage-Bank und staunte nicht schlecht, wie klein und zierlich sie ist. Ich war genauso überrascht, wie manche Menschen überrascht sind, die mich nur aus der Zeitung oder dem Fernsehen kennen. Die glauben nie, dass man als so kleines Wesen so fähig sein kann, schnell zu laufen. Apropos schnell laufen! Ich hoffe, dass es nach einem erholsamen Sonntag mit nur 10 Km nächste Woche noch eine Spur schneller geht und ich die Gesamtbelastung von 160 Km gut bewältigen werde! Aber ich denke, das ist kein Problem! Diese Woche waren es schon 140 Km und ich baue weiterhin viel Stabi-Programm ein, damit mein Körper noch belastungsverträglicher wird.

Wünsche Euch eine schöne Woche!

 

Eure Mocki

 

Mental stark in Kenia

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Nicht nur das Training ist wichtig um an sein Ziel zu kommen, auch die mentale Stärke ist gefragt.

Oft habe ich in diesem Bereich einige Schwachpunkte, aber zurzeit ist es unumgänglich “mental” stark zu sein.

Warum komme ich darauf? Seit Dienstagnachmittag befinde ich mich nach einer sehr langen Reise über Amsterdam, Nairobi und 6 Stunden Autofahrt in einem heißen Bus im Läufer-Mekka von Kenia, Iten! Hier wird gelaufen was das Zeug hält, aber nicht nur die besten Kenianer der Welt trainieren hier, sondern auch viele Weltklasse-Läufer aus der ganzen Welt bereiten sich hier in 2400m Höhe über dem Meeresspiegel auf die bevorstehende Olympia-Saison vor. Ich bin mit der Gruppe von Wolfgang Heinig hier und die Mädels wie Gesa Krause und Anna Hahner sind ganz schön fit und um einiges fitter als ich. Ich weiß aber noch genau, dass ich vor 7 Wochen noch nicht wirklich wusste, ob ich überhaupt mit nach Kenia konnte. Die Höhe stellt ja auch immer ein gewisses Risiko dar und jeder Mensch reagiert anders auf den Reiz. Ich bin natürlich in der Aufbauphase und in einer anderen als es die Mädels schon sind. Und das meine ich mit mentaler Stärke... Viel lieber würde ich mit den Mädels mitrennen, aber das geht nach 4 Wochen Training natürlich nicht, somit ist hier mentale Stärke gefragt. Vor zwei Wochen hatte ich in Leipzig deshalb eine Leistungsdiagnostik, um genau die Bereiche festzulegen, die ich hier oben laufen darf und daran halte ich mich. Nicht nur die Frisur hält, sondern auch mein linker Fuß und ich bin unendlich glücklich, dass die Verletzung überstanden ist. Auch meine Anfangsprobleme, wie schmerzende Schienbeine, die bestimmt jeder Laufanfänger kennt, sind so gut wie weg und das Laufen wird von Tag zu Tag immer runder und leichter. Ich hätte nie gedacht, dass es mir so gut gefallen würde hier, aber es ist wunderschön und in dem Camp wo wir untergebracht sind, gibt es sehr gutes Essen und der Standard ist westlich. Als ich letzten Donnerstag vom Stadion auf dem Weg zum Camp war, welches ungefähr einen Fußmarsch von 15 min entfernt ist, lief uns ein kenianischer Junge hinterher und wollte meine leere Wasserflasche haben. Ich gab ihm sie natürlich und er freute sich wie ein König darüber. Das sind natürlich Momente die man hier erlebt, die einen prägen und auch noch mal erden, wie gut man es doch eigentlich hat. Ich sehe aber fast nur lachende Kinder, die am Rand unserer Trainingsstrecken stehen und “How are you” rufen und sich freuen, wenn man “ I´m fine” zurückruft. Auch wenn man schon angestrengt in die Röhre schaut.

Bisher war aber noch alles gemächlich bei mir, außer am Samstag ein schnellerer DL von 10 Km in 38:58 min! Woran ich mich noch gewöhnen muss, ist der morgendliche Auftakt, den die Gruppe fast jeden Morgen um Punkt 7 Uhr macht. Aber wenn man dann erst mal am Laufen ist, macht es unheimlich Spaß in der aufgehenden Sonne zu laufen und noch die unverbrauchte Luft zu genießen. Die meisten Kenianer sind dann schon fertig mit ihrem ersten “Workout”. Das Frühstück macht dann noch mehr Spaß und man kommt dann noch auf einige Kilometer mehr in der Woche! Ich habe meine Woche mit 130 Km abgeschlossen und bin nach 68Km, 88Km und 102Km in der vorletzten Woche schon mächtig stolz drauf, dass ich das nach vier Wochen schon wieder kann!  Zusätzlich habe ich auch noch alternativ auf dem Rad trainiert, weiterhin meine Stabi gemacht und viel gedehnt. Der Mensch ist aber meist von Natur aus unzufrieden und vergisst, was er sich vor drei Wochen noch gewünscht hätte, jetzt hat und dann aber schon wieder mehr will. Das sehe ich aber zurzeit auch ganz locker und bin wirklich mit meinen riesigen Schritten nach vorn sehr zufrieden und freue mich auf eine neue schöne Trainingswoche in Kenia!  Bis nächste Woche

Eure Mocki

PS.: Auf dem Bild seht ihr den Blick aus meiner Tür über einen Teil des Camps morgens um 7 Uhr! Von mir gibt es erst ein Bild, wenn ich noch mehr Farbe getankt habe.

Es lebe der Sport!

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Das ist das Motto des Mode-Beilagenheftes der aktuellen Stern-Ausgabe und ich habe die Ehre das Cover zu zieren!

Das Motto sind die Olympischen Spiele! Alles steht in diesem Jahr im Zeichen der Fußball-EM und den Olympischen Spielen in London.
Qualifiziert war ich schon für die Olympischen Spiele, im Marathon, und dieses Ticket habe ich jetzt sprichwörtlich aus der Hand gegeben und stehe jetzt wieder ganz am Anfang! Aber das ist gewollt und diese Entscheidung ist mir auch nicht schwer gefallen, zusätzlich hat meine Verletzung natürlich diese Entscheidung noch bekräftigt. 7 kostbare Wochen habe ich verloren. Ich habe sie zwar so gut genutzt wie es ging, aber das laufspezifische Training hat gefehlt. Man hätte zwar auch noch genug Zeit bis zum August einen vernünftigen Marathon vorzubereiten, aber ich sehe einfach immer noch mehr meine Stärken auf den 10000m und habe auch das Gefühl, wenn ich mich qualifiziert habe, dort eine bessere Platzierung zu erreichen als im Marathon. Natürlich habe ich jetzt mehr Zeitdruck, da ich ja noch die Norm von 31:45 min unterbieten muss und die erste Chance dazu bei den Deutschen Meisterschaften in Marburg am 5. Mai ist und das schon in zwei Monaten. Aber ob ich dort die Norm angreifen werde, hängt davon ab, wie schnell ich wieder in Form komme und das kann man ungefähr in 6 Wochen sehen, wo dann die erste Leistungsdiagnostik nach meinen dreiwöchigen Höhentrainingslager in Kenia stattfinden wird. Sollte die Form dann noch nicht so sein, gibt es noch eine Möglichkeit Anfang Juni oder sogar erst bei der EM in Helsinki. Der Druck ist schon da, aber den brauche ich auch, um mich jeden Tag zu motivieren bei Wind und Wetter meine Puma-Schuhe zu schnüren. Zurzeit mache ich schon sehr große Fortschritte, wenngleich sie noch weit weg von meinem Optimal-Zustand sind, aber es sind auch jetzt erst zwei Wochen, wo ich wieder richtige Laufschritte mache. Aber es macht unheimlich Spaß und ich freue mich über jeden kleinen Schritt in die richtige Richtung! Das Trainingslager in Kenia vom 12.März bis zum 2.April steht ganz im Zeichen von Grundlagenausdauer-Training und danach denke ich, wird mein Fuß wieder zu 100% belastbar sein, dass ich auch schnellere Sachen machen kann und dann geht es auch wieder schnell nach vorne. Diese Woche bin ich auch schon jeden Tag einmal gelaufen und kam auf 82 Km, die zweite Einheit habe ich meistens auf dem Cross-Trainer, dem Fahrrad oder im Wasser absolviert. Nächste Woche steht dann die erste Leistungsdiagnostik in Leipzig an, damit wir ungefähr wissen, in welchen Bereichen ich in Kenia trainieren kann.
Das das Thema „Marathon“ bei mir nicht abgehakt ist, zeigt meine Entscheidung, dass ich neben meinem langjährigen Coach Heinz Weber  noch zusätzlich Carsten Eich
www.carsten-eich.de  in meinen Trainerstab mit aufgenommen habe! Ich erhoffe mir durch ihn noch mehr Input, da er ja selbst ein hervorragender 10000m-, 10km- und Marathonläufer war. Heinz Weber wird einmal in der Woche sein Spezial-Tempowechsel-Training mit uns durchführen, die restlichen Einheiten plant Carsten und die Kontrolle übernimmt wiederum Heiner bei uns zuhause!
Nach den Olympischen Spielen werde ich aber auf jeden Fall in irgendeiner Art und Weise am 25. und 26.08.2012 beim 1.Marathon in Siegen mit Musik zugunsten der Mukoviszidose-Regional-Gruppe Siegen dabei sein.
Ich kenne den Veranstaltungssprecher Burkhard Farnschläder sehr gut, der auch unter dieser Krankheit leidet und durchs Laufen seine Lebensqualität unheimlich verbessert hat und es ist mir eine Herzensangelegenheit diese Veranstaltung zu unterstützen. Vielleicht laufe ich ja mit meinem Bruder in der Staffel, mal sehen,  aber es gibt genug Möglichkeiten für alle, sich an diesem Tag in meiner Heimatstadt auszutoben!
Mehr Infos gibt es unter www.siegen-marathon.de
Bis bald
Eure Mocki

Es geht voran!

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In den letzten zwei Wochen ist so viel passiert, dass ich gar nicht dazu gekommen bin meine News zu aktualisieren!

Irgendwie wollte ich auch meine ersten Laufschritte für mich selber verarbeiten und fühlen! Nun sind die ersten Laufschritte gemacht und heute auch zum ersten Mal im Jahr an der frischen Luft! Mein erster Lauftag hätte nicht besser sein können…. Der Boden war weich und ab und zu schaute auch schon die Sonne vorbei und begleitete mich durch den Wald! Tja, mein Tempo war nicht wirklich schnell, aber das steht auch noch nicht im Vordergrund. Ich bin einfach nur froh wieder halbwegs schmerzfrei zu laufen und zu fühlen, dass es von Tag zu Tag besser geht!  Der Bruch ist so gut verheilt, dass jetzt nichts mehr passieren kann! Viel Wert muss ich aber in der nächsten Zeit auf Fußkräftigung und Gymnastik legen. Auch die linke Wade weiß noch nicht so recht was  mit dem Laufen  anzufangen, da ich den Fuß schon sehr ruhig gestellt habe! Also Dehnen, Kräftigen, Dehnen!
Letzte Woche war ich dann auch bei meinem Einlagenspezialisten aus Dillenburg, der mir vorerst noch eine Karbon-Einlage für den linken Fuß verpasst hat, damit der Mittelfuß noch nicht die komplette Belastung tragen muss. Am Dienstag geht es dann nach Köln zur Sporthochschule, wo ich eine umfassende Laufanalyse machen werde um zu schauen, wie ich mit den Einlagen zurecht komme und um Folgeverletzungen zu vermeiden. Wahrscheinlich war auch indirekt mein Hallux Valgus Mitverursacher  meiner Überlastung im linken Fuß, da ich immer mehr mein gesamtes Gewicht auf den  Außenfuß verlagert habe. Aber allen Mutmaßungen zum Trotz wird der Sache nun in Köln auf den Grund gegangen.  
Dann geht es vorerst zum letzten Mal nach Herxheim zur Reha! Wobei Reha eigentlich nie der richtige Ausdruck war, da ich sehr viel alternativ trainiert habe. Ich werde die Leute natürlich total vermissen, da man sich in fast zwei Monaten schon sehr an alle gewöhnt hat!
Alle haben sich so bemüht, das Beste aus der Situation für mich zu machen und ich denke, wir sind alle gespannt, wie ich das, was ich dazugelernt habe, umsetzen werde und wie es sich auf mein Laufen auswirkt. Da ich ja viel Kraft gemacht habe, kam ich mir am Dienstag bei meinen ersten 5 Km auf dem Laufband auch vor wie ein Preisboxer, was sich aber bis heute zum Glück schon wieder relativiert hat.  Auch die Zusammenarbeit mit einer Psychologin hat einige Früchte getragen und es wird sich in Zukunft noch einmal eine Besonderheit in meinem Umfeld ergeben, aber dazu in den nächsten Wochen mehr!
Ich denke aber, dass der Kontakt nie abrechen wird, da die Bedingungen in dem Reha-Zentrum einfach erste Sahne sind und ich bestimmt noch des Öfteren dort meine Zelte aufschlagen werde um dort zu  trainieren.
Mein erstes  Ziel ist es in drei Wochen mit der Trainingsgruppe von Wolfgang Heinig nach Kenia zu fliegen um dort ins Grundlagen-Training einzusteigen! Und es sieht so aus, als könnte ich es schaffen. Zuvor findet natürlich eine Leistungsdiagnostik in Leipzig statt, dass ich dort auch nicht zu schnell laufe! Der Vorteil an der Höhe wird aber für mich sein, dass ich bei niedrigeren Geschwindigkeiten den gleichen Effekt erzielen kann, wie als wenn ich unten schneller laufe. Und mein Fuß wird sich erstmal noch über moderates Tempo freuen.  Mein Physio Walter Dielmann wird auch alles dafür tun, dass meine restlichen Knochen mitmachen und dann bereit sind für mehr.
Wer nächste Woche Sonntag, am 26.02.12  vielleicht in der Gegend von Siegen ist, kann mich gerne auf der Gesundheitsmesse in der Siegerlandhalle besuchen. Dort bin ich für meinen Sponsor Bauerfeind von 14 – 17 Uhr anzutreffen!
Ich freue mich auf Euch und wünsche Euch eine gute Woche!

Mocki

Langsam wieder auf zwei Beinen

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Genau 5 Wochen habe ich keinen Meter mehr gelaufen und so langsam kribbelt es schon ohne Ende in meinen Beinen….!

Aber ich habe auch noch Glück im Unglück, da ich sehr viel alternativ machen kann und so fühlt man sich nicht ganz so schlecht. Ein wenig zugenommen habe ich auch in der letzten Zeit, aber das sind eher Muskeln, die meine Fettprozente schon purzeln haben lassen.
Nächste Woche steht nun endlich ein MRT an, wo geschaut wird, ob der Bruch schon so weit verheilt ist, dass ich ohne Risiko wieder laufen kann und dann nach und nach meine Laufeinheiten steigern und intensivieren kann.
Letzte Woche haben wir den Fuß schon einmal geröntgt und man konnte erkennen, dass der Heilungsprozess voll im Gange ist.
Inzwischen habe ich auch einen sehr guten Tages-Rhythmus gefunden, der wie folgt aussieht!
7 Uhr Aufstehen, dann lecker frühstücken, meist esse ich Haferflocken mit Quark und Früchten. Zurzeit ist mein Eiweiß-Bedarf sehr groß, da ich ja jeden Tag 75 min Kraft-Training mache und es auch gut für den Heilungsprozess des Knochens wichtig ist. Dann geht es auf zum Reha-Zentrum, wo ich um 8:30 bis 9 Uhr in der Magnetfeldrolle liege. Meist überkommt mich dann auch noch mal ein wenig Müdigkeit und ich schlafe in der Zeit noch mal. Dann geht es direkt in die Höhenkammer, wo ich meistens so 90 min von 2500m bis 3000m auf dem Spinning-Bike radel, was das Zeug hält! Montags steht ein langes Programm auf dem Plan, wo ich 4x12min mit 3 min Pause fahre, Mittwoch wird dann ein wenig die Schnelligkeit angesprochen, wo 20x1min-Intervalle mit 1min Pause auf dem Plan stehen, Freitag ist dann die Abschlusseinheit mit 15x3min und 2min Pause! Nachmittags gegen 16:30 Uhr steht dann immer die zweite Ausdauereinheit an, wo es entweder zum Aqua-Joggen ins Bewegungsbad geht oder noch mal in die Höhenkammer zum lockeren Radeln! Dienstags und donnerstags ist dann morgens eine ruhige lange Einheit in der Kammer! Manchmal habe ich dann kurz vor Mittag noch eine Yoga-Stunde oder Progressive Muskelentspannung, wo ich ganz schön runter komme. Mittags gibt es dann immer leckeres frisches Essen und dann geht es um 13 – 14 Uhr in die Salzgrotte zum Mittagsschlaf. Danach steht dann direkt der Kraftblock auf dem Programm, wo ich einen sehr engagierten Trainer habe und ich so langsam von den Geräten wegkomme und mehr freie Übungen machen kann! Da mein Fuß immer besser wird, werden wir die nächsten zwei Wochen auch mehr Gleichgewichtsübungen einbauen. Meinen Tag beende ich dann noch mit 40 min Dehnen oder einem Kurs. Zusätzlich werde ich natürlich auch physiotherapeutisch betreut, so dass ich abends das Zentrum erst gegen 19:30 Uhr verlasse und dann abends nach einem leckeren Essen im Hotel „Zur Krone“ nur noch müde und geschafft ins Bett falle.
Freitagmittag geht es dann nachhause, wo ich dann auch nur eine Einheit am Wochenende mache. Ich bin dann auch so kaputt von der intensiven Woche, dass es auch ein Fehler wäre seinem Körper nicht mal die nötige Ruhe zu geben.
Gestern war ich dann noch mit meinem Bruder Markus in Frankfurt auf einem Seminar von Polar, was sehr informativ war. Mein täglicher Begleiter ist ja die RS 800CX und auch ich habe viele wertvolle Funktionen noch nicht angewendet, was sich natürlich jetzt ändern wird und mein Training noch zusätzlich unterstützten und bereichern kann.
Drückt mir die Daumen, dass das MRT-Ergebnis gut wird und dann geht es mit viel Kraft und mentaler Stärke in die Vorbereitung auf Olympia!

Bis bald
Eure Mocki

Reha in Herxheim

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Zwei Wochen sind jetzt mittlerweile vergangen seit ich keinen Laufschritt mehr gemacht habe. Es kommt mir aber irgendwie viel länger vor, was vielleicht auch daran liegt, dass in den letzten zwei Wochen unheimlich viel passiert ist.

So befinde ich mich nun schon seit einer Woche in Herxheim im Reha-Zentrum von Johannes Eisinger, der früher selbst ein begabter Läufer war und eine 3000m-Bestzeit von 7:59 min vorzuweisen hat. Der Kontakt entstand durch meinen ehemaligen Bundestrainer Lothar Hirsch und ich zögerte nicht einen Moment das Angebot anzunehmen und letzen Montag ging es dann los! Ich werde mindestens noch 3 Wochen unter der Woche vor Ort sein und hoffentlich auch dort wieder meine ersten Laufschritte machen.
Hier findet man einfach alles, was das Sportlerherz begehrt, deshalb kann ich mir auch vorstellen hier noch ein Aufbau-Trainingslager dranzuhängen! Bewegungsbad zum Aqua-Joggen, Höhenkammer, die ich gerade leider nur zum Fahrrad fahren nutzen kann, Kraft-Training unter super Anleitung, Yoga-Kurse, Magnetfeldtherapie und vieles mehr! Meine Tage vergehen wie im Flug und jeden Tag nutze ich, um an meinen Schwächen, die überwiegend im Kraft-Bereich und in der Koordination liegen, zu arbeiten. Ärztlich bin ich auch gut durch Dr. Riedel betreut, der sich direkt um ein Ultraschall-Gerät von smith&nephew gekümmert hat, das zusätzlich meinen Heilungsprozess verkürzen soll.
Und als wenn das nicht schon genug wäre, habe ich noch das Glück, dass ich Gast im Hotel „Zur Krone“ bei Karl-Emil Kuntz dem schnellen Sternekoch, sein darf, welches nur 4 Km vom Reha-Zentrum entfernt ist.
Eine Psychologin ist auch im Reha-Zentrum angestellt und sie war ganz überrascht, dass ich gar nicht so schlecht drauf bin und sehr gut mit der Situation umgehe. Ich mache halt das Beste aus der Situation und sehe dies auch als Chance endlich an meinen Schwächen zu arbeiten. Sonst war mir das Kilometer zählen immer am liebsten. Alles hat seinen Sinn und so starte ich nach einem schönen Wochenende zu hause wieder in eine neue anstrengende Woche in Herxheim.

Bis bald

Eure Mocki

Einmal ist es immer das erste Mal. So wurde ich in 2011 Sportlerin des Jahres im Bundesland Rheinland-Pfalz. Anbei ein Interview in der Sendung Flutlicht vom 15.1.12. Bitte hier klicken. Herzlichen Dank an Alle, die mich hier gewählt haben.

Auszeit

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Tja, so schnell kann es gehen… Am 4.1. sollte es eigentlich für drei Wochen mit meinem Bruder Markus  ins Trainingslager nach Andalusien gehen!

Auszeit!
Danach hatte ich eine kleine Hallensaison geplant, um meine Schnelligkeit wieder zu fördern.
Anstatt zu Packen, habe ich aber jetzt Zeit News zu schreiben und alles kommt anders als man letzte Woche noch gedacht hatte.
Das bei mir die Dinge öfters anders kommen als gedacht, kennt ihr ja mittlerweile von mir und da stehe ich zu und werde diese „Meine Art“ auch nicht mehr ändern.
So geschehen auch am Silvestertag, wo ich plötzlich beim Silvesterlauf in Werl-Soest an den Start gegangen bin. Hier konnte ich in 53:37 min vor der vierfachen Seriensiegerin Heike Bienstein gewinnen und damit hatte ich einen schnelleren Tempodauerlauf absolviert. Die Strecke führte über die Bundesstrasse von Werl nach Soest, wo ich überrascht war, wie viele Zuschauer die Strecke säumten. Meine Überraschung bei dem Veranstalter und den Zuschauern war voll gelungen.
Geplant war eigentlich ein Ski-Langlauf-Wochenende in Willingen-Upland, aber der Schnee war leider dort nicht gut genug.
Tragisch ist, dass ein 45jähriger Läufer an diesem Tag sein Leben verlor, als er mit Herz-Kreislauf-Problemen kurz vor Soest umgefallen war und dann unglücklich auf den Kopf fiel. Er konnte leider nicht gerettet werden. Mein herzliches Beileid geht hier nachträglich an die Familie und Angehörigen.
Und damit sind wir fast schon beim Thema, was ist tragisch??? Ich bin Sonntag drauf beim Auslaufen umgeknickt und hatte danach höllische Schmerzen im linken Fuß, die nicht mehr weg gingen. Spätabends führte mich dann meine Reise zu Dr. Rene Burchard ins Kreisklinikum nach Siegen. Auf dem Röntgen-Bild konnte man nichts sehen, aber wir hatten beide das Gefühl, dass es ein Ermüdungsbruch sein muss. Dies bestätigte sich dann gestern im MRT und seitdem habe ich für eine Woche einen Gips als meinen ständigen Begleiter.
Ich sehe das ganze als nicht „Tragisch“ an, da es noch sehr früh in der Olympia-Saison ist. Ich bin eher froh, dass es jetzt passiert ist und nicht erst in 3 Monaten. Ich denke, es hat so sollen sein. Das Umknicken war nur der Auslöser, aber einen Ermüdungsbruch entwickelt sich über Wochen, wenn nicht sogar Monate! Wenn man dann zur Ruhe kommt und die letzte Zeit Revue passieren lässt, fällt einem auch ein, wann der Fuß mal geschmerzt hat. Aber man hat ja bei so einem Pensum öfters mal Schmerzen und ignoriert sie, da man einfach nicht aufhören kann!
Eine Woche heißt es jetzt versuchen die Füße still zu halten und ab nächste Woche kann ich schon mit leichtem Kraft-Training, Aqua-Joggen und Fahrrad fahren anfangen. Zusätzlich werde ich im Kreisklinikum mit Stoßwellen-Therapie behandelt um den Heilungsprozess zu verkürzen. An Laufen kann ich so in 4 – 6 Wochen wieder denken! Diese Zeit werde ich aber auch nutzen um nach meinen Schwachstellen im Körper zu suchen und sie zu stärken, damit ich so schnell keinen Ermüdungsbruch mehr bekomme!
In diesem Sinne, tragisch sind viele andere Dinge, aber dies hier ist zu ertragen!

Eure Mocki