für meine finale Vorbereitung auf die Olympischen Spiele in London! Das heißt nochmals 3 Wochen jeden Tag so gut es geht zu nutzen und dann ausgeruht und fit am 03.August abends um 22:25 Uhr an der Startlinie des 10000m-Finales stehen!
Aber wirklich fit und ausgeruht und nicht müde, wenn es drauf ankommt! Und da wäre ich auch schon beim Thema! Bei der EM in Helsinki letzte Woche war ich nämlich „leider“ nicht ausgeruht und fit am Start! Müde war ich und vielleicht auch deshalb, weil ich anscheinend nicht genug Respekt vor dem Rennen gehabt habe! Beim Blick in die Startliste eine Woche vor dem Rennen, war ich mir so sicher wie noch nie, dass es diesmal auf jeden Fall mit einer Medaille klappen sollte! Ich hatte mir schon alles so schön zurechtgelegt und auch meine Abschlusseinheit an dem Mittwoch zuvor, war super gut und um einiges schneller als noch vor Bilbao! Aber dann habe ich den entscheidenden Fehler gemacht und bin die Dauerläufe, die eigentlich ruhig sein sollten, immer hinten raus noch auf Druck gelaufen. Klar habe ich hier schon oft darüber geschrieben und irgendwann sollte man auch in meinem reifen Laufalter aus seinen Fehlern lernen, aber anscheinend war ich so übermotiviert und meiner Form so sicher, dass ich das mal eben im Vorbeigehen schaffen würde und somit muss ich dieses Rennen mal wieder unter „Erfahrungen sammeln“ abhaken. Wirklich nur so schade, da es noch nie so einfach gewesen wäre, eine Medaille zu erlaufen wie diesmal! Zwar ist der fünfte Platz bei einer EM über 10000m meine bisher beste Platzierung, aber das konnte mich auch nicht trösten! Zumal ich das Gefühl hatte, dass die anderen Läuferinnen, außer der Siegerin Dulce Félix, alle nicht wirklich frisch waren. Mein erster Gedanke im Ziel war, mir fehlen noch die Unterdistanzrennen und die Tempohärte und ich müsste jetzt unbedingt noch ein Rennen vor meinem Trainingsaufenthalt in der Schweiz haben! Aber nach einer gründlichen Analyse am nächsten Tag konnte es nur an meiner fehlenden Frische gelegen haben. Somit verwarf ich auch den Gedanken ganz schnell, da ich in der letzten Woche noch einige Termine zu erledigen hatte! So ging es Montag nach dem Rennen direkt nach Salzburg, wo ich abends einen TV-Auftritt bei „Sport und Talk aus dem Hangar-7“ bei servus-TV hatte! Am nächsten Morgen ging es dann von Salzburg Richtung Frankfurt und von da aus direkt zur Olympia-Einkleidung nach Mainz! Nach 3 Stunden Klamotten anprobieren, Poster unterschreiben und Bilder machen, ging es dann um 16 Uhr endlich nachhause, wo ich noch locker 8Km lief und dann nur noch platt ins Bett fiel! Mittwochs lief es auch noch zäh und erst am Donnerstag kamen so langsam meine Lebens-und Laufgeister wieder zurück!
Mittags bekam ich dann von meinem Heimtrainer Heinz Weber eine E-Mail mit der Startliste von der Bottrop-Gala am Freitag und Samstag, wo sich Carsten Schlangen in letzter Minute noch über 1500m für die Olympischen Spiele qualifiziert hatte! Jetzt konnte ich nicht mehr ruhig sitzen und kontaktierte direkt Carsten, ob ich dort nicht doch noch die 5000m laufen sollte! Was Carsten aber zu heikel war, war die Tatsache, dass das gut besetzte Frauen-Rennen Samstag um 16 Uhr war und ich dann nicht wüsste, ob es wieder zu warm werden würde und ihm war es auch zu dicht am Trainingslager dran! Wir vereinbarten dann, wenn ich mich Freitagmorgen nach einem Auftakt gut fühlen würde, dann dürfte ich abends um 20:45 Uhr im Männerrennen an den Start gehen! Ich fühlte mich gut und hatte spontan auch noch die Zusage von einem guten Trainingskollegen, der jetzt in Düsseldorf wohnt, mir Tempo zu machen! Thomas Tremmel vom Tus Deuz! Nachmittags wurde ich noch offiziell vom Landrat aus Siegen, Paul Breuer, und vom Landrat aus Betzdorf, Michal Lieber nach Olympia verabschiedet. Für diesen Termin warf ich mich schon einmal in die Olympia-Kluft von Bogner, die mir übrigens sehr gut gefällt! Das einzige was mir vielleicht nicht gefällt, ist die Tatsache, dass es nur flache Schuhe gibt, da ich ja nicht die Größte bin! Um 17:30 Uhr machte ich mich dann mit meinen Bruder Markus auf den Weg nach Bottrop, wo wir unterwegs aber noch Thomas in Düsseldorf einsammeln mussten!
Ein Stau hätte nicht sein dürfen, dafür war das Zeitfenster dann doch zu eng! Genau 50min vorm Start waren wir da und machten uns dann direkt warm! Geplant war eine Zeit um die 15:25 min!
Thomas sollte mit 74 Sekunden pro Runde anfangen und ich sollte ihm dann ein Signal geben, wenn ich schneller wollte! Den ersten Kilometer absolvierten wir auch im Plan und gingen 3:05 Minuten durch! Ich fühlte mich gut und wir steigerten das Tempo ein wenig! Bei 3000m hatten wir 9:12 auf der Uhr und dann wusste ich, es wird unter 15:25 Minuten! Jetzt war ich schon zufrieden und wusste, dass es sogar mit einer Zeit unter 15:20 Minuten klappen könnte! 15:16,89 stand am Ende in der Ergebnisliste, was zugleich auch deutsche Jahresbestleistung bedeutet! Markus musste zwar die letzten 2Km abreisen lassen, verbesserte seine Bestzeit aber dennoch um 12 Sekunden auf 15:23,75! Ein gelungener Ausflug, ganz spontan und ohne groß vorher zu Überlegen! Wenn das doch immer so klappen würde J!
Jetzt bestätigte sich auch meine These, dass ich bei der EM einfach nicht frisch war! Letzte Woche kamen nämlich samt Wettkampf nur sage und schreibe 65 Km zustande! Egal, denn dieses Rennen hat mir nochmal Sicherheit für meine nächsten Trainingswochen gegeben! Und eins ist klar, In London stehe ich frisch und ausgeruht am Start und dann wollen wir doch mal sehen, was ich über die 10000m so abliefern kann!
Auf jeden Fall bleibt es spannend!
Eure Mocki