Juli 2012

Der Countdown läuft…

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In genau vier Tagen am Freitagabend stehe ich um 22:25 Uhr (MEZ)

an der Startlinie des 10000m-Finales bei den Olympischen Spielen in London 2012!

Das Rennen wird von ZDF übertragen und ich hoffe, ihr könnt mich das ein oder andere Mal durchs Bild huschen sehen!

Auch meine Abschluss-Einheit liegt schon hinter mir und sie hat sehr gut geklappt! Ich kann sagen, ich habe alles für diesen 03.08.12 getan! Mehr geht nicht!!  Oder sagen wir mal so, nachdem ich genau am 01.01. dieses Jahres die Diagnose Ermüdungsbruch im linken Mittelfuß bekam, war meine Ausgangsposition nicht wirklich optimal!  Aber keine einzige Minute habe ich gezweifelt, es nicht schaffen zu können!

Dieses Jahr stand bisher so viel Verzicht wie noch nie auf dem Programm! Für mich heißt Verzicht, nicht bei meinem Freund,  bei meiner Familie und nicht in meiner geliebten Heimat, dem Siegerland zu sein.  Aber es blieb mir nichts anderes übrig… Eine Woche gab ich mir nach der Verletzung alles zu sortieren und das Jahr 2012 bis zum Olympia-Finale genauestens zu planen! Dann hieß es 5 Wochen Reha in Herxheim, ganz viel Alternativ-Training um die Form zu halten und an Defiziten zu arbeiten!

Mit einer sehr schlechten Form ging es dann zum ersten Mal ins Höhentrainingslager nach Kenia, wieder 3 Wochen weg! Der Lohn, zwei Wochen später mein nächster DM-Titel über 10000m in 32:24 Min! Das würde natürlich nicht reichen, also wieder 3 Wochen ins nächste Höhentrainingslager nach Sankt Moritz!  Zwei Tage danach klappte es dann am 03.06 in Bilbao beim Europa-Cup mit der Olympia-Qualifikation in 31:36 Min.

Genau 5 Wochen war ich dann in der Heimat, wo ich nochmal 3 Wettkämpfe absolvieren konnte! Deutsche Meisterin über 5000m in Wattenscheid, dann ein nicht so grandioser Auftritt bei  der Europameisterschaft, wo ich „nur“ Fünfte wurde und mich unter Wert verkaufte! Dort war ich noch müde vom Training und ich bin froh, dass ich kurz vor meinem aktuellen Höhentrainingslager in Sankt Moritz noch einmal über 5000m in Bottrop an den Start  gegangen war! Ausgeruht konnte ich hier 15:16 Min laufen und das zeigte mir, dass der Weg richtig ist, den ich bisher Richtung Olympia gegangen bin.

Genau 3425 Km habe ich bis jetzt  in diesem Jahr absolviert, das heißt 19 Km am Tag und die Qualität wurde erheblich gesteigert. Mehr ging aufgrund des holprigen Jahresanfanges auch nicht!

So fahre ich jetzt am Mittwoch mit dem Gefühl nach London, dass ich jeden Tag genutzt habe, um mein „Bestes“ geben zu können! Die Konkurrenz ist sehr stark, aber wir sind ja auch bei Olympia und nicht auf einem Kindergeburtstag! Mir Prognosen möchte ich mich auch zurückhalten, da eh immer wieder alles anders kommt, als man denkt! Das ist Sport und wir sind alle  nur Menschen!  Aber eins weiß ich, ich werde nachher nicht wieder sagen, ich war wieder müde vom Training. Denn  ab jetzt heißt es neben ganz lockeren Dauerläufen und ein paar Steigerungen, nur noch Füße hochlegen und frisch werden!

Drückt mir die Daumen und ich mache den Rest!

Eure Mocki

Teilweise Sperrung meiner Internetseite vom 18. Juli - 15. August 2012


Bitte beachten:

In der Zeit vom 18. Juli bis 15. August ist meine Homepage teilweise gesperrt, da alle Olympia Teilnehmer nur Werbung für die offiziellen Olympia Partner machen dürfen. Aber ich werde euch auf meiner "Aktuelles" Seite und in Facebook auf dem Laufenden halten.

Eure Mocki

Sankt Moritz

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Seit drei Tagen befinde ich mich jetzt nun wieder in Sankt Moritz für

für meine finale Vorbereitung auf die Olympischen Spiele in London! Das heißt nochmals 3 Wochen jeden Tag so gut es geht zu nutzen und dann ausgeruht und fit am 03.August abends um 22:25 Uhr an der Startlinie des 10000m-Finales stehen!

Aber wirklich fit und ausgeruht und nicht müde, wenn es drauf ankommt! Und da wäre ich auch schon beim Thema! Bei der EM in Helsinki letzte Woche war ich nämlich „leider“ nicht ausgeruht und fit am Start! Müde war ich und vielleicht auch deshalb, weil ich anscheinend nicht genug  Respekt vor dem Rennen gehabt habe! Beim Blick in die Startliste eine Woche vor dem Rennen, war ich mir so sicher  wie noch nie, dass es diesmal auf jeden Fall mit einer Medaille klappen sollte! Ich hatte mir schon alles so schön zurechtgelegt und auch meine Abschlusseinheit an dem Mittwoch zuvor, war super gut und um einiges schneller als noch vor Bilbao! Aber dann habe ich den entscheidenden Fehler gemacht und bin die Dauerläufe, die eigentlich ruhig sein sollten, immer hinten raus noch auf Druck gelaufen. Klar habe ich hier schon oft darüber geschrieben und irgendwann sollte man auch in meinem reifen Laufalter aus seinen Fehlern lernen, aber anscheinend war ich so übermotiviert und meiner Form so sicher, dass ich das  mal eben im Vorbeigehen schaffen würde und somit muss ich dieses Rennen mal wieder unter „Erfahrungen sammeln“ abhaken. Wirklich nur so schade, da es noch nie so einfach gewesen wäre, eine Medaille zu erlaufen wie diesmal! Zwar ist der fünfte Platz bei einer EM über 10000m meine bisher beste Platzierung, aber das konnte mich auch nicht trösten! Zumal ich das Gefühl hatte, dass die anderen Läuferinnen, außer der Siegerin Dulce Félix, alle nicht wirklich frisch waren. Mein erster Gedanke im Ziel war, mir fehlen noch die Unterdistanzrennen und die Tempohärte und ich müsste jetzt unbedingt noch ein Rennen vor meinem Trainingsaufenthalt in der Schweiz haben! Aber nach einer gründlichen Analyse am nächsten Tag konnte es nur an meiner fehlenden Frische gelegen haben. Somit verwarf ich auch den Gedanken ganz schnell, da ich in der letzten Woche noch einige Termine zu erledigen hatte! So ging es Montag nach dem Rennen  direkt nach Salzburg, wo ich abends einen TV-Auftritt bei „Sport und Talk aus dem Hangar-7“ bei  servus-TV hatte! Am nächsten Morgen ging es dann von Salzburg Richtung Frankfurt und von da aus direkt zur Olympia-Einkleidung nach Mainz! Nach 3 Stunden Klamotten anprobieren, Poster unterschreiben und Bilder machen, ging es dann um 16 Uhr endlich nachhause, wo ich noch locker 8Km lief und dann nur noch platt ins Bett fiel! Mittwochs lief es auch noch zäh und erst am Donnerstag kamen so langsam meine Lebens-und Laufgeister wieder zurück!

Mittags bekam ich dann  von meinem Heimtrainer Heinz Weber eine E-Mail mit der Startliste von der Bottrop-Gala am Freitag und Samstag, wo sich Carsten Schlangen in letzter Minute  noch über 1500m für die Olympischen Spiele qualifiziert hatte! Jetzt konnte ich nicht mehr ruhig sitzen und kontaktierte direkt Carsten, ob ich dort nicht doch noch die 5000m laufen sollte! Was Carsten aber zu heikel war, war die Tatsache, dass das gut besetzte Frauen-Rennen Samstag um 16 Uhr war und ich dann nicht wüsste, ob es wieder zu warm werden würde und ihm war es auch zu dicht am Trainingslager dran! Wir vereinbarten dann, wenn ich mich Freitagmorgen nach einem Auftakt gut fühlen würde, dann dürfte ich abends um 20:45 Uhr im Männerrennen an den Start gehen! Ich fühlte mich gut und hatte spontan auch noch die Zusage von einem guten Trainingskollegen, der jetzt in Düsseldorf  wohnt, mir Tempo zu machen! Thomas Tremmel vom Tus Deuz!  Nachmittags wurde ich noch offiziell vom Landrat aus Siegen, Paul Breuer, und vom Landrat aus Betzdorf, Michal Lieber nach Olympia verabschiedet.  Für diesen Termin warf ich mich schon einmal in die Olympia-Kluft von Bogner, die mir übrigens sehr gut gefällt! Das einzige was mir vielleicht nicht gefällt, ist die Tatsache, dass es nur flache Schuhe gibt, da ich ja nicht die Größte bin! Um 17:30 Uhr machte ich mich dann mit meinen Bruder Markus auf den Weg nach Bottrop, wo wir unterwegs aber noch Thomas in Düsseldorf einsammeln mussten!

Ein Stau hätte nicht sein dürfen, dafür war das Zeitfenster dann doch zu eng! Genau 50min vorm Start waren wir da und machten uns dann direkt warm! Geplant war eine Zeit um die 15:25 min!

Thomas  sollte mit 74 Sekunden pro Runde anfangen und ich sollte ihm dann ein Signal geben, wenn ich schneller wollte! Den ersten Kilometer absolvierten wir auch im Plan und gingen 3:05 Minuten durch! Ich fühlte mich gut und wir steigerten das Tempo ein wenig! Bei 3000m hatten wir 9:12 auf der Uhr und dann wusste ich, es wird unter 15:25 Minuten! Jetzt war ich schon zufrieden und wusste, dass es sogar mit einer Zeit unter 15:20 Minuten klappen könnte! 15:16,89 stand am Ende in der Ergebnisliste, was zugleich auch deutsche Jahresbestleistung bedeutet! Markus musste zwar die letzten 2Km abreisen lassen, verbesserte seine Bestzeit aber dennoch um 12 Sekunden auf 15:23,75! Ein gelungener Ausflug, ganz spontan und ohne groß vorher zu Überlegen! Wenn das doch immer so klappen würde J!

Jetzt bestätigte sich auch meine These, dass ich bei der EM einfach nicht frisch war! Letzte Woche kamen nämlich samt Wettkampf nur sage und schreibe 65 Km zustande! Egal, denn dieses Rennen hat mir nochmal Sicherheit für meine nächsten Trainingswochen gegeben! Und eins ist klar, In London stehe ich frisch und ausgeruht am Start und dann wollen wir doch mal sehen, was ich über die 10000m so abliefern kann!

Auf jeden Fall bleibt es spannend!

Eure Mocki