Juni 2012

Zwischenstopp EM Helsinki

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Am Mittwoch geht die Europameisterschaft in Helsinki los,

dass letzte große Highlight für die meisten DLV-Asse vor den Olympischen Spielen! Für einige ist es aber auch schon „das“ große Highlight in dieser Saison, da sie sich nicht für die Olympischen Spiele qualifiziert haben! So sendet der DLV ein riesiges Team von knapp über 90 Athleten dorthin!

Ich werde am Sonntag, den 01.Juli um 17:25 Uhr, am Start des 10000m-Finales stehen und freue mich schon riesig auf meinen nächsten Einsatz im Nationaltrikot.

Für mich ist das Rennen ein bisschen mehr als nur ein Zwischenstopp auf dem Weg nach Olympia! Ich möchte mich vor meinem Trainingslager noch mal in sehr guter Form präsentieren und die ein oder andere Europäerin, die beim Europa-Cup vor 3 Wochen noch vor mir war, hinter mir lassen. In der Startliste sind mit mir 4 Mädels, die die Norm für die Olympischen Spiele von 31:45 min schon unterboten haben. Der Portugiesin Dulce Félix, die auch schon die Marathon-Olympia-Norm hat, würde ich sie noch zutrauen und bin gespannt, wie sie ins Rennen geht und ob sie noch einen Angriff auf die Norm starten wird! Beim Blick in die Startliste bin ich wirklich froh, dass ich die Norm schon habe und ich mich ganz auf ein taktisches Rennen einstellen kann. Ich mache mir noch nicht zu großen Druck, da Papier geduldig ist und ich meine gute Form auch erstmal in einer Woche aufs Parkett bringen muss. Sollte ich in der letzten Runde aber noch an der Spitze dran sein werde ich auf den letzten 100m mal wieder alles geben! 

Da ich ja seit diesem Jahr wieder mit dem IAT in Leipzig zusammen arbeite, wurde von meinem Meisterschaftsrennen der letzten Woche auch eine Rennanalyse gemacht, die mir leider noch nicht vorliegt. Ich bin so gespannt, wie schnell ich die letzten 200m wohl war! Eine Information habe ich aber schon und das ist die Messung meines Laktat´s nach dem Rennen. Auf sage und schreibe 12 Laktat habe ich es geschafft und das ist für eine Langstrecklerin wie mich schon ganz schön ordentlich und ich bin froh, dass ich mich noch so ausbelasten kann.

Nach zwei lockeren Tagen hieß es in der letzten Woche noch mal für mich die Form stabilisieren und Qualität ins Training zu bringen! Dienstag Abend stand dann ein Tempowechseltraining von 14 Km in 48:09 min auf dem Programm, wo ich die Runden zwischen 88 Sekunden und 76 Sekunden absolviere, aber die meiste Zeit an meine aktuellen 3mmol- Schwelle von 3:20 min/km laufe! Die letzten 2 km lief ich dann frei nach Gefühl in 3:13 und 3:08 min um auch über der Schwelle zu trainieren, da das noch nicht das Ende des Lieds bei mir ist! Freitag hieß es dann nochmals was für die Motorik zu machen und zwar 10x200m in stabilen 33 Sekunden und 65 Sekunden Pause für die 200m-Trabpause.

Abends war ich dann von der Sporthilfe Rheinland-Pfalz  in Brodenbach an der Mosel zur Verabschiedung der Olympioniken eingeladen! Eine tolle Grillparty mit Olympiaflair und eine willkommene Abwechslung zum Trainingsalltag! Gemeinsam wurde auch das Spiel Deutschland gegen Griechenland geschaut und der Sieg Deutschlands rundete den Abend noch ab!

Samstag stand dann die nächste Belastung auf dem Programm, 10 Km TDL in 34 min! Bei 5 Km ging ich in 16:53 wie geplant durch und da ich mich noch locker fühlte, steigerte ich nochmals das Tempo und kam auf eine Endzeit von 33:27 min! Qualität stand auch bei den Dauerlaufen auf dem Programm, die ich alle im Schnitt unter 4:20 min/km absolvierte! Das hört sich nicht schnell an, aber bei bis zu 200 Höhenmetern, die man teilweise auf unseren wunderschönen Strecken im Siegerland und auf dem Rothaarsteig zu überwinden hat, ist das ganz schön ordentlich. Somit konnte ich die letzte Woche heute zufrieden mit 140 Gesamtkilometern abschließen!

Der größte Teil der Mannschaft bricht morgen schon Richtung Helsinki auf! Mein Flug geht zum Glück erst am Freitag, so kann ich mein Abschluss-Programm am Mittwoch noch zuhause machen und auch die letzten Dauerläufe auf meinen gewohnten Strecken.

Es gibt ja solche und solche Wettkampf-Typen, aber ich bin froh, dass ich erst zwei Tage vor meinem Rennen anreisen kann und mir der DLV auch die Möglichkeit lässt, da ich sonst schon ab morgen nervös werden würde! Natürlich wird der Mannschaftsgedanke gestärkt, wenn alle gemeinsam anreisen, aber am Ende muss doch jeder individuell seine Leistung abrufen und mir tut es gut, wenn ich noch lange genug abgelenkt bin und nicht zu viel über Zeiten und Training reden muss und die Konkurrenz erst an der Startlinie sehe!

Jetzt heißt es nächste Woche erst „Daumen drücken“ für mich und dann hoffentlich abends „Daumen drücken“ für die Deutsche Elf im EM-Finale!

Eure Mocki

Deutsche Meisterschaften Wattenscheid

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Gestern konnte ich meinen 11.Titel über 5000m erringen und

das war ein harter Kampf, der aber riesig Spaß gemacht hat und mir deshalb auch in toller Erinnerung bleiben wird.

Das kann ich nicht von jedem Titel sagen. Um diesen musste ich halt gestern extrem kämpfen und lange habe ich nicht mehr solch ein Rennen wie gestern gehabt, da das Rennen quasi im Spurt auf den letzten 100m entschieden wurde. Früher habe ich diese Rennen geliebt!

Aber was heißt früher, so alt bin ich auch wieder nicht, eigentlich im besten Rennalter, aber ich kann echt schon auf eine lange Laufkarriere mit viel Höhen, aber auch einigen Tiefs zurückblicken! Immer wieder neue Situationen auf die man sich einstellen muss. Aber das macht diesen Sport ja aus und es auch jedes Mal so spannend.

Sagen wir mal „früher“ habe ich immer Irina Mikitenko, die mittlerweile erfolgreich auf der Marathondistanz zuhause ist, gejagt, wenn sie am Start über 5000m oder 10000m war und nur einmal hatte ich 2006 das Nachsehen oder sie war nicht am Start und ich konnte mangels Konkurrenz ein einsames Rennen gegen die Uhr und mich laufen. Ich kann mich aber  noch gut an die DM 2004 in Braunschweig erinnern, als ich wieder auf „Mikitenko“-Jagd war und laut Papier nicht gewinnen hätte können, aber ich versuchte so lange an ihr dran zu bleiben, wie ich konnte, sie zog dann zwei Runden vor dem Ziel zum finalen Endspurt und ich musste eine Lücke reißen lassen! Eine Runde vor Schluss kam ich aber doch noch an sie ran und 100m vor Schluss war ich mit ihr auf  Augenhöhe und biss die Zähne zusammen und spurtete um mein Leben zum Sieg. Unvergesslich und deshalb  habe ich das Rennen noch genau vor Augen als wäre es gerade gestern gewesen.

Und nun zu gestern, da hatte ich zum ersten Mal mit einer ganz anderen Situation zu kämpfen.  Ich bin nämlich mittlerweile die Gejagte und seit letztem Jahr ist endlich mal ein Ruck durch die Laufszene gegangen und es haben sich einige Mädels zu ernsthaften Gegnerinnen für mich entwickelt.  Sie sind jung und frisch und können „spurten“, was ich bis gestern dachte, dass ich es nicht mehr so gut kann, gerade auch nach meiner Verletzung.

Da ich am Dienstag noch eine Leistungsdiagnostik in Leipzig gemacht habe, die sehr vielversprechend war und auch der Tempolauf am Nachmittag, wo ich 2000m in 5:57 min absolvieren konnte, entschieden wir uns bei der DM mindestens eine Zeit von 15:30 min laufen zu wollen. Eigentlich auch machbar, eigentlich! Es wurde Donnerstag, ich war immer noch müde in den Beinen, aber das ist meist so, zwei Tage nach der Belastung. Es wurde Freitag und immer war ich noch nicht frisch, also früh ins Bett und Samstag wird ausgeschlafen! Das tat ich auch, aber der Körper und meine Beine waren immer noch  nicht  wirklich frisch.

Egal, den Start konnte man ja jetzt wegen meiner fehlenden Frische nicht verschieben, nur wusste ich, es wird nicht einfach! Im Kopf behielt ich aber meine Taktik! In Wattenscheid angekommen, das Wetter war mit 19 Grad und Nieselregen optimal, nur überraschte mich  ein ganz schöner Wind! Naja, auch egal, weiter positiv denken! Als meine stärkste Gegnerin sah ich an diesem Tag Maren Kock, die Jahresbeste über 5000m und mit 15:27 min qualifiziert für die EM in zwei Wochen. Sie hat die nötige Ausdauer und kann blendend spurten! Ich wurde immer nervöser aufgrund des Windes und stellte meine Taktik um, erstmal bis 2000m schauen, was die Mädels machen und dann versuche ich mich mit einer Tempoverschärfung zu lösen. Der Startschuss fiel fast pünktlich um 17:42 Uhr und ich hatte meine Augen gut hinter meiner RudyProject-Brille versteckt. Das war auch gut so, denn die erste Überraschung folgte, als Eleni Gebrehiwot vom TV Wattenscheid direkt nach 100m nach vorne ging und für Tempo sorgte. Ach, an die hatte ich gar nicht mehr gedacht, da sie länger verletzt war. Ok, dachte ich mir, dann wechsel ich mich mit ihr ab, dann muss ich nicht alles alleine machen und wir kommen weg vom Rest des Feldes! Der Plan ging auch auf! Ab 2500 sah ich oben auf der TV-Leinwand, dass wir Maren Kock abgeschüttelt hatten. Vielleicht war es einfach nicht ihr Tag. Jetzt liefen nur noch Eleni und Lisa Hahner, die ein sehr starkes Rennen lief, hinter mir, also konnte ich ja beruhigt zum Angriff blasen und versuchen eine schnelle Entscheidung herbeizuführen! Aber meine Beine gaben einfach nicht mehr her! Ich fühlte mich nicht wirklich am Anschlag aber ich konnte auch nicht mehr als 76 Sekunden pro Runde anbieten, was ich zwei Wochen vorher noch über die 10000m gelaufen bin. So kam ich natürlich nicht weg! Auch 1000m vor Schluss fehlte mir noch der Antrieb, jetzt schon wegzustiefeln, da ich merkte Eleni ist noch frisch. Also, musste das kommen, was ich unbedingt  vermeiden wollte! Ein Schlussspurt! 200m war Schluss, Eleni spurtete los und überraschte mich mit einer enormen Tempoverschärfung, wo ich eine Sekunde gedacht habe, „jetzt ist das Rennen gelaufen, du kannst nicht mehr“! Aber auch nur eine Sekunde, denn in der anderen Sekunde fiel mir ein, dass Lisa mir vor dem Rennen noch liebe Grüße von Sören Kah bestellt hatte, der gemeint hat, ich würde das Rennen gewinnen! Tja, also schaltete ich doch noch einmal ganz schnell den Hebel in meinem Kopf um und versuchte an Eleni dranzubleiben um dann auf den letzten 100m noch mal alles zu geben! Ich schaffte es dann an ihr vorbeizukommen, aber sie konterte, „Wahnsinn“, dachte ich, also weiterkämpfen und es sollte dann reichen! Ich hatte es noch mal geschafft und war glücklich als Erste in 15:47 min im Ziel!

Mal wieder bewahrheitet sich der Spruch, dass die meisten Rennen mit dem „Kopf“ und nicht „nur“ mit den Beinen entschieden werden.

Nach einer fast schlaflosen Nacht, stehen jetzt zwei Regenerationstage an und dann folgt noch mal ein kurzer Trainingsblock! Schlag auf Schlag geht es dann jetzt Richtung Olympia mit einem wunderbaren Zwischenstopp am 01.Juli in Helsinki, wo ich bei den Europameisterschaften über 10000m an der Startlinie stehen werde. Diesmal aber mit frischen Beinen und ganz viel Köpfchen!

 

Bis nächste Woche

 

Eure Mocki

 Und hier noch einige Links zum Rennen:

 www. leichtathletik.de

www.leichtatheltik.de

www.zdf.de

 

Olympia , ich komme!

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Wahnsinn ich habe es geschafft! Gehofft habe ich, aber irgendwie

nicht wirklich dran geglaubt! Da war ich bestimmt nicht die Einzige, die so gedacht hat! Was war das für ein Start ins Jahr! Ermüdungsbruch im Fuß und vorher auch keine Form, die mich über die Zeit gerettet hätte.

Zum ersten Mal in diesem Jahr, fehlten mir die Worte, deshalb habe ich auch so lange gebraucht meine News zu aktualisieren. Wie oft habe ich versucht diese Zeilen zu verfassen, aber immer habe ich wieder alles verworfen, so viel würde ich gerne sagen, so viel ist mir durch den Kopf gegangen.

Das ganze letzte Jahr ist mir durch den Kopf gegangen, wo mir nicht ein Wettkampf wirklich Spaß gemacht hat! Alles war nur Krampf und Kampf und kurz vor Weihnachten saß ich bei der Leistungsdiagnostik in Leipzig  beim Arzt und war nur noch am Weinen. Noch gar nicht richtig in die Saison gestartet und einfach nur fix und fertig, nicht nur physisch, sondern auch psychisch.  Die Verletzung war nur die Folge von allem und die Auszeit, die mein Körper unbedingt brauchte.  Aber wie konnte es soweit kommen? Man sucht nach Gründen, nach Schuldigen, aber ich alleine war der Schuldige. Ich wollte zu viel, wollte meinem Körper so viel abverlangen, was er hergab, trainierte noch viel zu viel vor den Wettkämpfen, trainierte mehr als was auf dem Trainingsplan stand und lief auch noch eine Einheit, obwohl mein Körper viel lieber Ruhe gehabt hätte. Jeden Tag war ich nur müde und wurde immer gereizter meinem eigenen Umfeld entgegen. Nach außen konnte ich gut eine Fassade aufrechterhalten und so tun als ob. Jedes Wettkampfergebnis redete ich mir noch schön, obwohl ich total unzufrieden war. Beim Frankfurt Marathon war es dann so weit. Die letzten 7 Km konnte mein Körper nicht mehr und es ging auch nicht mehr ihn zu überlisten. Fix und alle im Ziel und einfach nur glücklich auf dem Boden zu liegen und keinen mehr hören und sehen. Aber als wenn das  nicht schon genug gewesen wäre, setzte ich noch einen drauf und qualifizierte mich einen Tag nach meinem Urlaub für die Cross-EM. Die Mannschafts-Medaille war zwar dann eine schöne Belohnung, aber mein eigener Lauf, wie konnte es auch anders sein, war wieder ein Kampf. Mein Körper war einfach noch nicht von den Strapazen erholt… So war Anfang des Jahres die Verletzung wie ein Segen für mich. Natürlich einfach kein Segen 6 Monate vor Olympia, aber für meinen Körper und Geist ein Segen. Durch die Hilfe vom Reha-Zentrum in Herxheim konnte ich meine Form durch Alternativ-Training  sehr gut erhalten und durch gezieltes Krafttraining neue Impulse für meinen Körper setzen. Viel wichtiger war aber die Zusammenarbeit mit einer Psychologin vor Ort, die eigentlich nicht viel mit Sport zu tun hatte. Aber genau diese Neutralität brauchte ich jetzt und wir fanden einen Weg, der mir helfen konnte. Neben meinem gewohnten Umfeld, wo meine Familie, mein Freund und mein langjähriger Trainer Heinz Weber zu gehört, brauchte ich eine neutrale Person, an die ich nicht emotional gebunden bin. Carsten Eich! Ja, das war und ist die Lösung. Selbst war Carsten Eich ein super erfolgreicher Läufer über die 10000m und im Marathon. Ich kannte ihn durch meinen Manager Oliver Mintzlaff, aber es bestand immer eine gewisse respektvolle Distanz zwischen uns.  Ich sprach Carsten an, der sich zuerst sträubte, da es nicht einfach ist, mit einer gereiften Athletin wie mir zusammen zu arbeiten. Letztendlich konnte ich ihn aber doch dazu bringen und wir entwickelten ein Kompetenz-Team, was mir ermöglicht mein wichtiges Umfeld zu behalten. Carsten ist seitdem für die Trainings-und Wettkampfsteuerung, in Zusammenarbeit mit Olaf Ernst vom IAT in Leipzig,  zuständig und gab mir natürlich neue Trainingsimpulse mit auf den Weg. Da er als Athlet selber sehr oft  in Höhentrainingslagern war, ging auch ich dieses Jahr den Weg und bin jetzt schon zweimal in der Höhe gewesen und drei Wochen vor den Olympischen Spielen werde ich mich wieder speziell in der Höhe von Sankt Moritz auf meinen Wettkampf dort vorbereiten.  Ich trainiere auch nicht mehr, als was auf dem Plan steht und es tut mir sichtlich gut. Da die Qualität sehr im Vordergrund steht, gibt es auch öfter mal freie Nachmittage, die ich genieße und die mir sehr gut tun.

Bei den Deutschen Meisterschaften Anfang Mai hatte ich mit diesem Weg schon binnen 2 Monaten geschafft, wieder zu gewinnen, Spaß zu haben und eine Zeit von 32:24 min abzuliefern. Vor dem Rennen wurde Carsten schon angesprochen, was macht ihr, wenn es nicht klappt mit der Norm. Er erwiderte nur, es wird klappen. Und schon während dieses Rennens merkte ich, wie es in der Kurve, wo meine Kritiker standen, immer ruhiger wurde! Ein wunderbares Gefühl  sage ich euch! Mit diesem neuen Laufgefühl trainierte ich dann in Sankt Moritz. Endlich hatte ich wieder Spaß am Laufen, am Training und ich merkte, der Körper hat auch wieder Lust und Kraft sich zu quälen.

Mit diesem Willen, es allen zu zeigen, reiste ich auch nach Bilbao! Zum Glück kühlte es nach einem heißen Freitag von 35 Grad ab und wir konnten Sonntagabend bei halbwegs optimalen Temperaturen von 22 Grad das Rennen starten.  Wir hatten zum Glück zwei Tempo-Macherinnen im Feld, die für eine Pace von 31:40min sorgen sollten. Das heißt jede Runde in 76 Sekunden zu absolvieren. Die ersten Kilometer absolvierten wir auch voll im Plan. Ab Kilometer 3 wurde es vorne langsamer, da die Tempomacherin einen Schuh  verloren hatte. Ich wurde dann tierisch nervös und drückte von der Seite immer aufs Tempo! Ich wollte es heute unbedingt! Wieder  ging die Tempomacherin an mir vorbei und versuchte das Tempo hochzuhalten. So  ging es fast bis Kilometer 7, als beide Tempomacherinnen raus waren.  Mich interessierte überhaupt nicht, wer noch hinter mir war,  Hauptsache die Rundenzeiten stimmten. Wir hatten immer noch ein Plus von 5 Sekunden. Das ist natürlich nicht viel, wenn man hinten raus nichts mehr drauf hat. Auch ich hatte durch mein unrhythmisches Laufen ganz schön viele Körner verbraucht und konnte nichts entgegen setzen als die spätere Siegerin Sara Moreira und Jo Pavey an mir vorbei gingen. Jetzt hieß es nur noch Augen zu und durch und das Tempo hochhalten.  Eingangs der letzten Runde sah ich, dass ich noch 80 Sekunden Zeit hatte! Juchhuuh, die letzte Runde geht immer und es war mir egal, als mich 100 m vor Schluss auch noch die Französin Christelle Daunay überholte. Ich hatte die Norm und das bedeutete mir in dem Moment alles.  So hielt mich abends beim Abendessen  auch nichts auf den Stühlen und ich drehte unerlaubterweise die Musikanlage auf und tanzte mir allen Druck von der Seele, wobei folgendes Mockidance-Video entstand.

Nach einer kurzen Verschnaufpause auf meiner Lieblings-Laufinsel Sylt geht es Dienstag weiter zur Leistungsdiagnostik nach Leipzig.  Gerade jetzt ist es interessant zu wissen, wo stehe ich und in welchen Bereichen  jetzt weiter gearbeitet werden muss. Am Samstag steht dann die DM in Wattenscheid an, wo ich über die 5000m starten werde. Diesmal wird es sehr spannend, da mit Maren Kock eine junge Athletin am Start ist, die mittlerweile eine  ernstzunehmende Gegnerin geworden ist und ich freue mich sehr auf das Duell.  Dann steht nochmals ein wichtiger Trainingsblock an, um meine Form bis zur EM am 1.Juli zu verbessern. Und wenn alles gut klappt, will ich dann am 03.August bei den Olympischen Spielen in Topform am Start stehen. Das Wichtigste ist jedoch, dass der Spaß am Kampf wieder da ist und es kein Krampf ist.

In diesem Sinne, bis nächste Woche!

Eure Mocki