April 2012

Jeder Neuanfang ist schwer…

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Nächste Woche starte ich endlich in die Olympia-Saison und zwar bei den Deutschen Meisterschaften

über 10000m in Marburg am 05.05.12, um 20 Uhr! 10 Wochen Training habe ich dafür erst in den Beinen und es ging in großen Schritten voran und auch meine Werte bei der Leistungsdiagnostik in Leipzig am letzten Montag zeigen, dass ich auf dem richtigen Weg bin! Aber ich muss auch zugeben, dass dieser Weg noch lang und sehr steinig sein wird.

Um wenigstens mal ein wenig Wettkampf-Luft zu schnuppern ging es für meine Familie und mich zu den Westdeutschen Meisterschaften nach Lüdenscheid. Die Bedingungen waren leider nicht ideal, nach 12 Grad am Freitag plötzlich 26 Grad, Wind auf der Gegengerade und ich alleine gegen die Uhr! Aber ich wollte es diesmal auch so, da ich dem Rennen nicht zu große Aufmerksamkeit schenken wollte! Dafür war die Woche einfach noch zu hart. Mittwoch hatte ich einen sehr trainingsintensiven Tag, indem ich morgens 10 Km in 39 min abspulte und abends mit meinem Bruder 15x 300 m im Schnitt von 53 Sekunden mit 300m Trabpausen im Schnitt 1:39 min absolvierte und das zwei Tage nach einem sehr intensiven Diagnostik-Tag in Leipzig. Aber wie geht man in so ein Bahnrennen, wo das letzte schon über ein halbes Jahr zurück liegt? Ich setzte mir zum Ziel 15:50 min zu schaffen, wenngleich ich gut eine Woche vorher 10 x 1000m in „nur“ einem Schnitt von 3:12min/km abgespult hatte. Der Startschuss ging um 14:25 Uhr los und bei 3000m lag ich mit 9:32 min noch halbwegs im Soll. Ich fühlte mich auch gar nicht mal schlecht, aber es fühlte sich mehr wie ein Training an, als wie ein richtiger Wettkampf, so nahm ich irgendwie raus, da ich mir auch alle zwei Runden einen Becher zu Trinken schnappte und konzentrierte mich dann nur noch auf die letzte Runde, damit ja noch unter 16 min blieb, was ich mit einer Punktlandung von 15:59,3 Minuten auch schaffte. Wenn man die Zeit aus meiner Geschichte betrachtet ist sie schon wieder super, wenn man sie aber nur als nackte Zahl betrachtet, könnte man sagen, wie will die, die Norm von 31:45 min für die Olympischen Spiele schaffen. Aber wenn die letzten  Schritte, die ich gemacht habe, so weitergehen, bin ich mir zu 100% sicher dies rechtzeitig, bis spätestens bei der EM in Helsinki am 01.07. zu schaffen und dann auch bei Olympia einen draufzusetzen. Das Wichtigste was ich jetzt haben muss ist Geduld und Vertrauen in mich und mein Kämpferherz. Meine Marschroute für nächste Woche ist ganz klar eine Zeit unter 32:50 min, was zugleich die EM-Norm wäre, und meinen Titel zu verteidigen. Dies wird in diesem Jahr kein leichtes Unterfangen, da mit Simret Restle eine sehr starke Gegnerin am Start ist, die alles daran setzten wird, mich zu schlagen. Das Gute daran ist, dann wird es spannend und ich werde viel mehr gefordert als gestern. J

Gefordert wurde auch gestern mein Bruder Markus, der bei diesen Bedingungen 10000m in starken 33:19 min lief und meine Mutter Hildegard, die für die 5000m genau 22 min benötigte.

 

Wünsche Euch allen einen guten Start in den Mai und drückt mir für nächste Woche die Daumen!

 

Eure Mocki

Erst müde und dann hellwach…!

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Kenia ist jetzt fast zwei Wochen Geschichte und seither ist extrem viel passiert,

dass ich es einfach nicht geschafft habe, meine News zu aktualisieren. Dank Facebook kann ich Euch ja trotzdem immer ein wenig auf dem Laufenden halten!

Die ersten 10 Tage befindet man sich ja angeblich im sogenannten Höhenloch, was natürlich auch von Mensch zu Mensch unterschiedlich ist. Bei mir hat es diesmal ausnahmsweise  so gepasst! Zum ersten Mal habe ich auch keine Belastung direkt nach der Rückreise gemacht, da diese von Kenia echt strapaziös ist. Diesmal war mir aber über das Osterwochenende einfach nur zum Schlafen zumute. Die Zeit habe ich mit meiner Familie verbracht und es war ein wunderschönes Osterfest. In der Rückreisewoche kamen somit auch „nur“ 103 Gesamtkilometer zusammen, welche auch alle nur im ruhigen Bereich waren. Los ging es dann erst wieder Ostermontag mit zwei Einheiten am Tag!

Was für mich jetzt zusätzlich hinzukommt sind einige Termine, die ich für meine Sponsoren zu erledigen habe. Während meiner Verletzung haben alle auf mich Rücksicht genommen und mir die Zeit gegeben, um wieder schnell gesund zu werden, wofür ich mich an dieser Stelle auch besonders bedanken möchte. Dann musste ich ja schnell sehen, dass ich es noch mit nach Kenia schaffe und dann war ich ja erstmal weg! Aber mein Management passt schon auf, dass es nicht zu viel wird und es auch in den Trainingsplan passt. Und in der letzten Woche habe ich alles voller Energie und Spaß auch unter einen Hut bekommen. Wichtig ist halt, dass die nötige Regeneration nicht zu kurz kommt.

Donnerstag hatte ich bei mir zuhause ein Foto-Shooting für Technogym, von denen ich ganz tolle Trainingsgeräte, vorerst auf Leihbasis, zur Verfügung gestellt bekomme. Ein super Laufband, ein Spinning-Rad und ein Allround-Trainingsgerät, genannt „Kinesis“. An diesem Tag standen aber zwei Einheiten auf dem Programm. Also hieß es für mich 7 Uhr Auftakt 8 km DL und dann ab 10 – 15 Uhr lächeln für die Kamera. Abends ging es dann noch auf die Bahn in Wilnsdorf, wo ich mein erstes Programm zum Reinkommen absolvieren musste! 15 x 300 m in durchschnittlich 54 Sekunden und 300m Traben im Schnitt von 1:40 min! Am Anfang merkte ich schon den Tag, aber hinten raus ging es dann immer besser. Freitag hieß es dann ab 9 Uhr – 17:30 Uhr Foto-Shooting in Bonn für meinen Ausrüster „Puma“! An diesem Tag musste ich nur 10 Km laufen und das tat ich dann abends um 18:30 Uhr und um 21 Uhr war ich dann endlich wieder zuhause auf der Couch.

Samstag, Tag 10 nach der Höhe, war dann schon ein wichtiger Tag für mich, da es hieß 10 km in 34:30 – 34:45 min zu absolvieren. Zum Glück hatte ich meinen Bruder Markus dabei, der mir einige Kilometer Tempo gemacht hat. Das Vorhaben glückte mir auch in 34:26 min und fühlte sich schon so an, dass ich auch gut hätte weiterlaufen können. Wenn man bedenkt, dass ich vor 5 Wochen gerade mal  8 x 1000m in einem Schnitt von 3:31 min/km und zwei Minuten Trabpause laufen konnte,  ist dies schon ein gewaltiger Schritt und zeigt mir auch, dass sich das Höhentrainingslager diesmal voll gelohnt hat und ich dort genau richtig gearbeitet habe. Sonntag standen dann noch 20 Km an der Obernau-Talsperre an, die ich auch

schon wieder sehr zügig absolvieren konnte und somit kam ich auf einen Wochenumfang von 146 Km.

Natürlich verfolge ich alle Wettkämpfe, die in der letzten Zeit gewesen sind und so langsam kribbelt es auch wieder in meinen Beinen und ich freue mich wahnsinnig, dass es bald los geht! Diese Woche heißt es weiter so gut in Fahrt kommen und dann steht Montag, den 23.04 wieder eine Leistungsdiagnostik in Leipzig auf dem Programm. Danach werden wir auch entscheiden, wie ich mein erstes wichtiges Rennen, die 10000m-DM am 05.05 in Marburg gestalten werde. Um wenigstens ein wenig Wettkampf-Gefühl zu bekommen, werde ich vorher  am 28.04 bei den Westdeutschen Meisterschaften in Lüdenscheid 5000m laufen.

Ich freue mich drauf!

Eure Mocki

Die letzte Woche in Kenia!

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So,  auch die letzte und härteste Woche in Kenia ist überstanden und am Dienstag

geht es wieder ab in den Flieger nachhause! 161 Km habe ich die letzte Woche aufgeteilt in 13 Einheiten abgespult und somit kann ich den Monat März mit 583 km abschließen. Das ist auch mein erster Monat in diesem Jahr. Ich hoffe, dass es so weiter geht, dann mache ich mir um meine Olympia-Qualifikation keine Sorgen. Auch in der letzten Woche konnte ich bei den Dauerläufen deutlich an Geschwindigkeit zulegen, trotz drei  harter Trainingseinheiten, die zu bewältigen waren. Den Anfang machte am Dienstag ein 16x200m – Programm mit 200m Trabpausen von max. 75 Sek, ich begann mit 37 Sekunden und endete mit knapp unter 33 Sekunden und einem Schnitt von 35 Sekunden.  Voller Übermut lief ich dann nachmittags die 10 Km in einem Schnitt von 4:17 min/km mit einem letzten Kilometer von 3:25 min den Berg runter zum Camp, denn ich sonst noch nie schneller als 5 min hoch geschafft habe. Das sollte sich natürlich rächen und so war ich Mittwoch doch sehr müde und lief für mich alleine, damit ich nicht wieder dazu verleitet wurde, schneller als mein eigenes Tagestempo zu laufen. Das gelang mir auch gut und bis Donnerstag  hatte ich mich halbwegs wieder erholt. Hier standen 15x400m mit 2min Trabpause auf dem Programm. Mit einem Schnitt von 76 Sekunden kann ich zum jetzigen Zeitpunkt ganz zufrieden sein. Freitag war dann ein lockerer Tag mit nur einer Laufeinheit und der berühmten Turnstunde mit den schnellen Kenianern, wo es zwei Stunden ausschließlich um Kräftigung, Fußgymnastik und Dehnen geht.

Samstagmorgen wachte ich dann schon um 5 Uhr auf, da mir mein linkes Auge Schmerzen bereitete, Freitag hatte ich beim DL anscheinend ein Sandkorn oder irgendetwas ins Auge bekommen und es schmerzte höllisch. Unbedingt wollte ich aber den schnellen Dauerlauf machen, da ich mich gut fühlte. Also Linsen rein, Sonnenbrille auf, Augen zu und durch. Das klappte super und ich lief 12 Km in 44:05 min, bei 10 Km hatte ich 36:27 min und wieder um über eine Minute schneller als letzte Woche. Das Programm hätte noch besser sein können, wenn wir nicht auf die Straße gemusst hätten, da im Stadion ein Sportfest stattfand. Wichtig war aber die Belastung und dann muss man halt auch mal flexibel sein. Danach zog ich schnell meine Linsen wieder aus und es wurde immer schlimmer mit meinem Auge. Nachmittags stand zum Glück nur eine Massage bei Simeon an und abends verschwand ich ganz schnell im Bett. Das war auch gut so, da morgens um 6 Uhr die Dopingkontrolle an der Tür klopfte um einige von unserer Gruppe zu kontrollieren. Find ich gut, dass die Nada auch mal eine Reise in solche Länder macht.

Ich war eh wach, da mein Auge jetzt richtig dick war und ich eigentlich entschieden hatte, so läufst Du keine 20 Km, das geht nicht. Aber irgendwie kommt ja dann doch wieder der Wille durch und das schlechte Gewissen und so verbanden wir mein linkes Auge behelfsmäßig. Und es ging, war nur ein wenig komisch und ich musste mich mehr auf die Gruppe verlassen. Seit Mitte der Woche ist ja auch Arne Gabius, der ja bekanntlich Arzt ist, hier und hat mir Augentropfen gegeben. Nun geht es schon viel besser und ich hoffe ich kann die letzten 3 Trainingseinheiten wieder ohne Augenbinde absolvieren.

Hier beginnt nun auch die Regenzeit, auf die viele Bauern schon sehnsüchtig  gewartet haben, und so kann man sich so langsam auch wieder an das Wetter in Deutschland einstellen, was ja überwiegend nicht so freundlich sein soll.

Ich freue mich auch jetzt tierisch auf zuhause, auf meinen Freund, auf meine Familie und, dass ich Ostern mit ihnen zusammen sein kann.

Die nächsten 10 Tage nach der Höhe werden ja vom Training her, relativ entspannt und dann wird sich zeigen, ob es der richtige Weg war, so kurz nach der Verletzung in die Höhe zu fahren.

Mein Gefühl sagt mir aber „Ja“ und das ist ein gutes Zeichen!

In diesem Sinne

Eure Mocki