März 2012

In großen Schritten...

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ist es in meiner zweiten Woche in Kenia voran gegangen! So hatte...

ich es mir erhofft und es zeigt einem, dass der eigene Körper und das eigene Gefühl immer die besten Antworten auf alles gibt!

In der letzten Woche standen zwei wichtige Einheiten auf dem Programm! Am Mittwoch habe ich 15 x 300 m mit 300 m Trabpause absolviert. Die Trabpausen waren immer zwischen 1:40 und 1:50 min. Eigentlich war die Vorgabe die 300er im Schnitt von 62-65 Sekunden zu absolvieren und die Pausen in 1:30 min. Da ich aber “leider” mit 57 Sekunden angefangen hatte und dabei ein sehr gutes Gefühl hatte, beließ ich es bei der schnelleren Variante und verlängerte die Pausen minimal, damit das Programm nicht zu hart wurde! Im Schnitt war ich ungefähr bei 55 Sekunden! Das liegt dann schon unter meiner Renngeschwindigkeit, die ich über die 10000 m brauche, um die Norm von 31:45 min unterbieten zu können. Nach meiner Verletzung muss man sich halt erst mal wieder ganz langsam an die Renngeschwindigkeiten ran tasten und dafür war das schon ein sehr gutes Programm! Zumal ich hier oben keine Spikes anziehe und die Aschenbahn doch leichte Unebenheiten aufweist. Meine Polar-Uhr zeigte nach der Einheit einen Höhenunterschied von 5 m an! Aber ich bin froh, dass es eine Aschenbahn hier hat und keine Tartan-Bahn, die würde nämlich noch mehr die Sonne anziehen. Erschwert werden natürlich die Einheiten durch den starken Wind, der aber wiederum gut zur Abkühlung dient. Freitag stand dann wieder mein schnellere Dauerlauf von 10 Km auf dem Programm, den ich bei dem gleichen Durchschnittspuls über eine Minute schneller als letzte Woche absolvierte und zwar in 37:53 min!

Um auf die Worte vom Anfang zurückzukommen, gibt mir der lange Lauf von 20 Km sehr recht in meinem Gefühl. Letzte Woche hatte ich mich noch gebremst und bin 18 Km in 4:23 min/km gelaufen und war damit weit abgeschlagen hinter der ganzen Trainingsgruppe. Gestern sah das Ganze schon anders aus und ich konnte 20 Km vorne mitmischen und absolvierte die Strecke in einem Schnitt von 4:04 min/km.

Hier oben ist es sehr wichtig dass man auf alle Signale seines Körpers reagiert und sich denen anpasst. Jeden Morgen messe ich meinen Ruhepuls und achte darauf, dass ich ein gutes Schlafverhalten habe! Donnerstagabend konnte ich zum Beispiel nicht sehr gut einschlafen, also ließ ich den Auftakt mal sausen. Dinge die ich letztes Jahr nicht gemacht hätte, wo ich mir immer gesagt habe “ Augen zu und durch”! Ab und zu muss man aber auch mal Mut zur Lücke haben, damit die wichtigen Einheiten auch kommen. Die Stimmung in der Trainingsgruppe ist super und ich bin froh, dass ich dabei sein kann. Bisher ist auch neben den Einheiten nie Langeweile aufgekommen und ich schaffe es wahrscheinlich nicht, eines meiner mitgenommenen Bücher zu lesen. Neben den Laufeinheiten bin ich fast jeden Tag bei der Physio! In unserem Camp der Physio heißt Simeon und er macht einen echt guten Job! Jeden Abend ist er bis spät für uns da und arbeitet, damit er bald die Kühe bezahlen kann, die er benötigt um seine Frau zu heiraten. In einem anderen Camp ist noch ein holländischer Physio, der die meisten Weltklasse-Kenianer behandelt! So lag ich letzten Montag neben Mary Keitany, der schnellsten Marathon-Läuferin des letzten Jahres, auf der Massage-Bank und staunte nicht schlecht, wie klein und zierlich sie ist. Ich war genauso überrascht, wie manche Menschen überrascht sind, die mich nur aus der Zeitung oder dem Fernsehen kennen. Die glauben nie, dass man als so kleines Wesen so fähig sein kann, schnell zu laufen. Apropos schnell laufen! Ich hoffe, dass es nach einem erholsamen Sonntag mit nur 10 Km nächste Woche noch eine Spur schneller geht und ich die Gesamtbelastung von 160 Km gut bewältigen werde! Aber ich denke, das ist kein Problem! Diese Woche waren es schon 140 Km und ich baue weiterhin viel Stabi-Programm ein, damit mein Körper noch belastungsverträglicher wird.

Wünsche Euch eine schöne Woche!

 

Eure Mocki

 

Mental stark in Kenia

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Nicht nur das Training ist wichtig um an sein Ziel zu kommen, auch die mentale Stärke ist gefragt.

Oft habe ich in diesem Bereich einige Schwachpunkte, aber zurzeit ist es unumgänglich “mental” stark zu sein.

Warum komme ich darauf? Seit Dienstagnachmittag befinde ich mich nach einer sehr langen Reise über Amsterdam, Nairobi und 6 Stunden Autofahrt in einem heißen Bus im Läufer-Mekka von Kenia, Iten! Hier wird gelaufen was das Zeug hält, aber nicht nur die besten Kenianer der Welt trainieren hier, sondern auch viele Weltklasse-Läufer aus der ganzen Welt bereiten sich hier in 2400m Höhe über dem Meeresspiegel auf die bevorstehende Olympia-Saison vor. Ich bin mit der Gruppe von Wolfgang Heinig hier und die Mädels wie Gesa Krause und Anna Hahner sind ganz schön fit und um einiges fitter als ich. Ich weiß aber noch genau, dass ich vor 7 Wochen noch nicht wirklich wusste, ob ich überhaupt mit nach Kenia konnte. Die Höhe stellt ja auch immer ein gewisses Risiko dar und jeder Mensch reagiert anders auf den Reiz. Ich bin natürlich in der Aufbauphase und in einer anderen als es die Mädels schon sind. Und das meine ich mit mentaler Stärke... Viel lieber würde ich mit den Mädels mitrennen, aber das geht nach 4 Wochen Training natürlich nicht, somit ist hier mentale Stärke gefragt. Vor zwei Wochen hatte ich in Leipzig deshalb eine Leistungsdiagnostik, um genau die Bereiche festzulegen, die ich hier oben laufen darf und daran halte ich mich. Nicht nur die Frisur hält, sondern auch mein linker Fuß und ich bin unendlich glücklich, dass die Verletzung überstanden ist. Auch meine Anfangsprobleme, wie schmerzende Schienbeine, die bestimmt jeder Laufanfänger kennt, sind so gut wie weg und das Laufen wird von Tag zu Tag immer runder und leichter. Ich hätte nie gedacht, dass es mir so gut gefallen würde hier, aber es ist wunderschön und in dem Camp wo wir untergebracht sind, gibt es sehr gutes Essen und der Standard ist westlich. Als ich letzten Donnerstag vom Stadion auf dem Weg zum Camp war, welches ungefähr einen Fußmarsch von 15 min entfernt ist, lief uns ein kenianischer Junge hinterher und wollte meine leere Wasserflasche haben. Ich gab ihm sie natürlich und er freute sich wie ein König darüber. Das sind natürlich Momente die man hier erlebt, die einen prägen und auch noch mal erden, wie gut man es doch eigentlich hat. Ich sehe aber fast nur lachende Kinder, die am Rand unserer Trainingsstrecken stehen und “How are you” rufen und sich freuen, wenn man “ I´m fine” zurückruft. Auch wenn man schon angestrengt in die Röhre schaut.

Bisher war aber noch alles gemächlich bei mir, außer am Samstag ein schnellerer DL von 10 Km in 38:58 min! Woran ich mich noch gewöhnen muss, ist der morgendliche Auftakt, den die Gruppe fast jeden Morgen um Punkt 7 Uhr macht. Aber wenn man dann erst mal am Laufen ist, macht es unheimlich Spaß in der aufgehenden Sonne zu laufen und noch die unverbrauchte Luft zu genießen. Die meisten Kenianer sind dann schon fertig mit ihrem ersten “Workout”. Das Frühstück macht dann noch mehr Spaß und man kommt dann noch auf einige Kilometer mehr in der Woche! Ich habe meine Woche mit 130 Km abgeschlossen und bin nach 68Km, 88Km und 102Km in der vorletzten Woche schon mächtig stolz drauf, dass ich das nach vier Wochen schon wieder kann!  Zusätzlich habe ich auch noch alternativ auf dem Rad trainiert, weiterhin meine Stabi gemacht und viel gedehnt. Der Mensch ist aber meist von Natur aus unzufrieden und vergisst, was er sich vor drei Wochen noch gewünscht hätte, jetzt hat und dann aber schon wieder mehr will. Das sehe ich aber zurzeit auch ganz locker und bin wirklich mit meinen riesigen Schritten nach vorn sehr zufrieden und freue mich auf eine neue schöne Trainingswoche in Kenia!  Bis nächste Woche

Eure Mocki

PS.: Auf dem Bild seht ihr den Blick aus meiner Tür über einen Teil des Camps morgens um 7 Uhr! Von mir gibt es erst ein Bild, wenn ich noch mehr Farbe getankt habe.

Es lebe der Sport!

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Das ist das Motto des Mode-Beilagenheftes der aktuellen Stern-Ausgabe und ich habe die Ehre das Cover zu zieren!

Das Motto sind die Olympischen Spiele! Alles steht in diesem Jahr im Zeichen der Fußball-EM und den Olympischen Spielen in London.
Qualifiziert war ich schon für die Olympischen Spiele, im Marathon, und dieses Ticket habe ich jetzt sprichwörtlich aus der Hand gegeben und stehe jetzt wieder ganz am Anfang! Aber das ist gewollt und diese Entscheidung ist mir auch nicht schwer gefallen, zusätzlich hat meine Verletzung natürlich diese Entscheidung noch bekräftigt. 7 kostbare Wochen habe ich verloren. Ich habe sie zwar so gut genutzt wie es ging, aber das laufspezifische Training hat gefehlt. Man hätte zwar auch noch genug Zeit bis zum August einen vernünftigen Marathon vorzubereiten, aber ich sehe einfach immer noch mehr meine Stärken auf den 10000m und habe auch das Gefühl, wenn ich mich qualifiziert habe, dort eine bessere Platzierung zu erreichen als im Marathon. Natürlich habe ich jetzt mehr Zeitdruck, da ich ja noch die Norm von 31:45 min unterbieten muss und die erste Chance dazu bei den Deutschen Meisterschaften in Marburg am 5. Mai ist und das schon in zwei Monaten. Aber ob ich dort die Norm angreifen werde, hängt davon ab, wie schnell ich wieder in Form komme und das kann man ungefähr in 6 Wochen sehen, wo dann die erste Leistungsdiagnostik nach meinen dreiwöchigen Höhentrainingslager in Kenia stattfinden wird. Sollte die Form dann noch nicht so sein, gibt es noch eine Möglichkeit Anfang Juni oder sogar erst bei der EM in Helsinki. Der Druck ist schon da, aber den brauche ich auch, um mich jeden Tag zu motivieren bei Wind und Wetter meine Puma-Schuhe zu schnüren. Zurzeit mache ich schon sehr große Fortschritte, wenngleich sie noch weit weg von meinem Optimal-Zustand sind, aber es sind auch jetzt erst zwei Wochen, wo ich wieder richtige Laufschritte mache. Aber es macht unheimlich Spaß und ich freue mich über jeden kleinen Schritt in die richtige Richtung! Das Trainingslager in Kenia vom 12.März bis zum 2.April steht ganz im Zeichen von Grundlagenausdauer-Training und danach denke ich, wird mein Fuß wieder zu 100% belastbar sein, dass ich auch schnellere Sachen machen kann und dann geht es auch wieder schnell nach vorne. Diese Woche bin ich auch schon jeden Tag einmal gelaufen und kam auf 82 Km, die zweite Einheit habe ich meistens auf dem Cross-Trainer, dem Fahrrad oder im Wasser absolviert. Nächste Woche steht dann die erste Leistungsdiagnostik in Leipzig an, damit wir ungefähr wissen, in welchen Bereichen ich in Kenia trainieren kann.
Das das Thema „Marathon“ bei mir nicht abgehakt ist, zeigt meine Entscheidung, dass ich neben meinem langjährigen Coach Heinz Weber  noch zusätzlich Carsten Eich
www.carsten-eich.de  in meinen Trainerstab mit aufgenommen habe! Ich erhoffe mir durch ihn noch mehr Input, da er ja selbst ein hervorragender 10000m-, 10km- und Marathonläufer war. Heinz Weber wird einmal in der Woche sein Spezial-Tempowechsel-Training mit uns durchführen, die restlichen Einheiten plant Carsten und die Kontrolle übernimmt wiederum Heiner bei uns zuhause!
Nach den Olympischen Spielen werde ich aber auf jeden Fall in irgendeiner Art und Weise am 25. und 26.08.2012 beim 1.Marathon in Siegen mit Musik zugunsten der Mukoviszidose-Regional-Gruppe Siegen dabei sein.
Ich kenne den Veranstaltungssprecher Burkhard Farnschläder sehr gut, der auch unter dieser Krankheit leidet und durchs Laufen seine Lebensqualität unheimlich verbessert hat und es ist mir eine Herzensangelegenheit diese Veranstaltung zu unterstützen. Vielleicht laufe ich ja mit meinem Bruder in der Staffel, mal sehen,  aber es gibt genug Möglichkeiten für alle, sich an diesem Tag in meiner Heimatstadt auszutoben!
Mehr Infos gibt es unter www.siegen-marathon.de
Bis bald
Eure Mocki